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PROTOKOLL 29.04.2015

HAUPTVERHANDLUNG

STRAFSACHE:

Gegen: DI. Dr. Wassil NOWICKY u.a.

Wegen: §§ 146 u.a. StGB

Ort: Landesgericht für Strafsachen Wien

Zeit: 29.4.2015, 9.30 Uhr

ANWESENDE:

Vorsitzende/r: Mag. Marion HOHENECKER

Schöffen: Mag. Anna-Maria BURGER

Dr. Maximilian ETTEL

Ersatzschöffe: DI. Anton KERN

Schriftführer/in: VB Markus DÜRNBERGER

Dolmetscher/in: Andrej KLIMENKO für die ukrainische Sprache

Ankläger/in: OStA Dr. Thomas HASLWANTER

Privatbeteiligte/r: --------------------------------------------

Vertreter/in: --------------------------------------------

Vollmacht vom:

ausgewiesen zu:

beruft sich auf die erteilte Bevollmächtigung

Angeklagte/r: 1.) DI. Dr. Wassil NOWICKY

Verteidiger/in: für 1.) Dr. Peter PHILIPP

Dr. Adrian HOLLAENDER

Vollmacht vom:

ausgewiesen zu:

015 Hv 6/13d

(Bitte in allen Eingaben anführen)

Landesgerichtsstr. 11

1080 Wien

Tel.: +43 (0)1 40127-0

REPUBLIK ÖSTERREICH

LANDESGERICHT FÜR STRAFSACHEN WIEN

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beruft sich auf die erteilte Bevollmächtigung

PROTOKOLL

Die Sache wird aufgerufen.

Die Verhandlung ist öffentlich.

FORTSETZUNG DER HAUPTVERHANDLUNG INNERHALB DER 2-MONATS-FRIST:

Gemäß § 276a StPO wird an die bisherigen Verfahrensergebnisse

angeknüpft.

Der Angeklagte gibt an, dass sich an seinen bisherigen Aussagen

bzw. Generalien nichts geändert hat.

Der Angeklagte gibt weiters an:

Der Verfassungsgerichtshof garantiert uns alle gleiche Rechte.

1992 hat das Ministerium festgestellt, dass das Ukrain sehr gut

verträglich und hochwirksam ist und bei 400 Patienten schon angewendet

wurde. Beim größten Teil hat es auch gewirkt, d.h.

die Tumore sind verschwunden welche dauern 10 Jahre. Das steht

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in dem Dokument.

Der Angeklagte legt vor ein Zitat aus dem Abschlussgutachten

gemäß § 34 AMG. Dies wird als Beilage ./A zum Hauptverhanldungsprotokoll

genommen.

Angeklagter: Es wurde eine Studie gemacht hinsichtlich Wirksamkeit,

Bedenklichkeit und Qualität und festgestellt, dass das

Präparat sehr gut verträglich ist. 400 Patienten haben das

schon angewendet, ein Teil davon schon vor der Revision welche

10 Jahre dauert. Das Urspungsland war Österreich. Internationale

Praxis ist, wenn ein Präparat zugelassen sein muss, muss es

erst im Ursprungsland und dann erst in anderen Ländern zugelassen

werden. Das Ursprungsland hat Interesse an den anfallenden

Steuern. Es ist ein neues Buch erschienen von Dr. Thun-

Hohenstein. 2.800.000.000,-- € Steuergeld hätte es ausgemacht,

hätte man dieses Produkt zugelassen.

Der Angeklagte verweist auf Seite 24 des bereits beim Akt befindlichen

Buches.

Angeklagter: Es wäre das nobelste Exportprodukt von Österreich

gewesen. Das ist das erste und einzige Produkt weltweit

welches eine selektive Wirkung hat. Das bedeutet es tötet

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Krebszellen aber keine gesunden Zellen. Um solche Produkte herzustellen

wurden in der USA Milliarden Dollar ausgegeben ohne

Erfolg. Das wäre der größte Wunsch aller Wissenschaftler, das

erste und einzige Produkt mit selektiver Wirkung. Es ist gut

verträglich und hat keine Nebenwirkungen.

1993 wurde in Österreich das amerikanische Produkt Taxol zugelassen.

Das ist die Verletzung des § 7 der Verfassung, welcher

uns allen die gleichen Rechte garantiert. Die Aufhebung der Zulassung

in der Ukraine wurde durch das Gericht abgelehnt

Der Angeklagte legt vor einen Beschluss des Kreisverwaltungsgerichtes

Kiew. Dieser wird als Beilage ./B zum Hauptverhandlungsprotokoll

genommen

Angeklagter: AGES hat es überprüft auch die Chemiker auch die

Charge die umetikettiert wurde. Es waren alle gleich.

Verteidiger Dr. Philipp gibt bekannt: Es wurde ein Gutachten

eingeholt zum Beweis dafür, dass die Qualität ob jetzt auf dem

Fläschchen 2006 oder 2014 steht dieselbe ist. Es wurden Proben

genommen und aufgrund des Berichtes von Laboratories Seibersdorf

wurde festgestellt, dass hier das gleiche Ergebnis vorhanden

ist.

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Angeklagter: Ich war in Österreich, warum war es nötig 60

Leute zu schicken? Im Dokument steht das waren auch andere Arbeiter

von Ages welche zusammen gekommen sind und gleich in

mein Schlafzimmer gegangen sind und die Türe zugemacht haben.

Ich habe den Beamten gefragt warum er alleine dort hin gegangen

ist und die Tür zugemacht hat.

Vorsitzende Richterin: War Dr. Mahrer schon anwesend?

Angeklagter: Ja.

Vorsitzende Richterin: Hat er das gehört?

Angeklagter: Da muss man ihn fragen.

Vorsitzende Richterin: Standen Sie unmittelbar neben Dr.

Mahrer, als sie diesen Satz gesagt haben „warum gehen Sie allein

in mein Schlafzimmer?“

Angeklagter: Ich bin zurückgekommen und habe gesagt kommen

sie mit mir, ich habe dort mein Geld, er hat die Türe zugemacht

warum ist er allein?

Vorsitzende Richterin: War Dr. Mahrer, wie sie diesen Satz

gesagt haben, daneben oder haben Sie es zu ihm gesagt?

Angeklagter: Ich habe es zu allen gesagt.

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Vorsitzende Richterin: War Dr. Mahrer da dabei?

Angeklagter: Das weiß ich nicht. Es war ein Horror für mich.

Ich habe 2 Kuverts mit 50.000,-- Euro und 5.000,-- Euro. Die

5.000,-- Euro wurde dort gelassen.

Vorsitzende Richterin: Es gibt auch einen Bescheid der erlassen

wurde, wonach Ihnen das Inverkehrsetzen und das Herstellen

von Ukrain verboten wurde. Dieser Bescheid wurde von VwGH bestätigt.

Das habe ich Ihnen in der Hauptverhandlung am ersten

Tag vorgehalten. Wie haben Sie auf diesen Bescheid des VwGH

reagiert?

Angeklagter: Wir haben noch 2 Wochen Zeit vorzugehen.

Vorsitzende Richterin: Ich meine den Bescheid aus dem Jahr

2009 und das Erkenntnis aus dem Jahr 2011. Wie haben Sie auf

dieses Erkenntnis reagiert? Haben sie darauf reagiert?

Angeklagter: ich kann mich nicht erinnern.

Vorsitzende Richterin: Haben Sie aufgrund dieser Entscheidungen

an ihrem Internetauftritt bzw. Homepage etwas verändert?

Angeklagter: Nein, ich hatte das Patent und die Konzession

das herzustellen.

Vorsitzende Richterin: Es gibt einen Bescheid der rechtskräftig

ist, dass Ihnen das Inverkehrsetzen und Herstellen verbo-

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ten wurde. Haben Sie die Verpackung des Ukrain aufgrund dieses

Erkenntnisses geändert?

Angeklagter: Ich kann mich nicht erinnern.

Vorsitzende Richterin: Haben Sie ihre Kunden darauf hingewiesen,

dass dieser Bescheid in Rechtskraft erwachsen ist, dass

Sie das nicht verkaufen und herstellen dürfen?

Angeklagter: Ich durfte es herstellen.

Vorsitzende Richterin: Nein, ab diesem Zeitpunkt durften Sie

es nicht mehr herstellen.

Angeklagter: Nein ich durfte, ich habe die Konzession.

Vorsitzende Richterin: Wer ist verantwortlich für den Beipackzettel

den Sie den Ukrainampullen beigelegt haben?

Angeklagter: Was da drinnen steht ist alles die Wahrheit.

Vorsitzende Richterin: Sind Sie Verfasser des Textes?

Angeklagter: Ja.

Vorsitzende Richterin: Es steht auch ein Hinweis auf der

Verpackung drauf, dass es sich bei Ukrain um ein Arzneimittel

handelt. Sind Sie dafür verantwortlich, dass Arzneimittel

steht?

Angeklagter: Ja, es ist zugelassen für breite klinische Stu-

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dien auch nach § 42 AMG. Jeder Arzt und jede Praxis darf das

anwenden und muss das Ministerium informieren. Es ist zugelassen

in Österreich.

Vorsitzende Richterin: Haben Sie die Ärzte, die Rezepte ausgestellt

haben für das Mittel Ukrain darüber informiert, dass

Ihnen der VWGH mit Erkenntnis bestätigt hat, dass Sie das nicht

herstellen und in Verkeht setzen dürfen?

Angeklagter: Nach § 8 AMG wenn es nicht zugelassen ist, könnte

aber Leben retten darf ein Arzt das verschreiben. Mein Medikament

ist bei 300 Publikationen präsentiert worden. D.h. der

Arzt durfte verschreiben nach § 8 Arzneimittelgesetz.

Vorsitzende Richterin: Haben Sie über den rechtskräftigen Bescheid

die Ärzte die Rezepte für diese Mittel ausgestellt haben

informiert, dass Ihnen das Herstellen und Inverkehrsetzen verboten

wurde?

Angeklagter: Ich erinnere mich nicht an diesen Bescheid.

Der Zeuge Daniel BROSCHARD, geboren am 5.3.1985, fremd, gibt

nach Wahrheitserinnerung an:

Vorsitzende Richterin: Es geht um den Ankauf von Ukrainampullen

ab dem Zeitraum 15.11.2011. Haben Sie ab dem 15.11.2011

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Ukrainampullen angekauft und wenn ja von wem?

Zeuge Broschard: Angekauft habe ich die nie, ich habe sie

immer gespendet bekommen.

Vorsitzende Richterin: In welchem Zeitraum?

Zeuge Broschard: Das war ganz am Anfang, da hab ich eine

60er-Packung geschickt bekommen zum Auftragen auf mein Gesicht.

Das war für meine Vernarbung die auch dadurch besser geworden

ist.

Vorsitzende Richterin: Welches Jahr haben Sie die Ampullen

bekommen?

Zeuge Broschard: 2001. Da hab ich mit der Behandlung angefangen.

Vorsitzende Richterin: Wie lange habe sie die bekommen?

Zeuge Broschard: Ich habe es so lange bekommen, bis es durch

Dr. Nowicky eingestellt wurde.

Vorsitzende Richterin: Können sie das jahresmäßig eingrenzen?

Zeuge Broschard: 2-3 Jahre glaub ich. Ich glaube 5-6 Jahre

habe ich sie nicht mehr bekommen.

Vorsitzende Richterin: Nach dem 15.11.2011 haben Sie noch Ampullen

bekommen?

Zeuge Broschard: Nein, da habe ich glaub ich keine mehr bekommen.

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Verteidiger Dr. Hollaender: Haben Sie Ukrainampullen verwendet,

die eine schon überschrittene Wirkungsdauerangabe hatten?

Zeuge Broschard: Nein, die waren schon vor Ablauf des Ablaufsdatum

aufgebraucht.

Verteidiger Dr. Hollaender: Die Ukrainampullen die Sie genommen

haben, haben positive Wirkung gezeigt bei ihrer Erkrankung?

Zeuge Broschard: Sehr starke positive Wirkung, wofür ich

sehr dankbar bin. Ich habe hier Bilder dabei wo ich belegen

kann wie ich vorher ausgesehen habe, bevor ich das Ukrain bekommen

habe. Mit meinem 16. Lebensjahr habe ich damit angefangen.

Von meinem 5. bis zum 16. Lebensjahr war meine Leben die

Hölle. Ich hatte schwerste Operationen die nahezu zum Tode führen

konnten, weil mir kein Arzt garantieren konnte, dass mein

Herz das mit macht. Ich bin dieses Jahr 30 geworden und das

habe ich größtenteils ihm zu verdanken.

Verteidiger Dr. Philipp: Haben Sie nie was bezahlt für das

Ukrain?

Zeuge Broschard: Anfangs schon, meine Krankenkasse zahlte die

Hälfte. Dann ist es so gewesen, dass mein Krankenkasse gesagt

hat, sie zahlt nichts mehr, weil das Medikament nicht veröffentlicht

ist. Dann musste ich vor Gericht gehen und habe das

auch gewonnen allerdings hat der Richter gemeint, er könnte

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meine Krankenkasse nicht dazu verdonnern das ganze zu übernehmen,

weil es in Deutschland nicht anerkannt ist.

Verteidiger Dr. Philipp: Wie lange hat die Krankenkasse gezahlt

für Sie?

Zeuge Broschard: Anfangs 2 Jahre dann haben sie angefangen

Probleme zu machen, jetzt haben wir uns so geeinigt, dass ich

jedes 2. Jahr mein behandelnder Arzt etwas an die Krankenkasse

schickt wo er schreibt, dass das Medikament wirkt, dass ich das

bekomme.

Verteidiger Dr. Philipp: Bekommen Sie das Medikament noch?

Zeuge Broschard: Ja, ich bekomme es noch, aber ich weiß nicht

woher, aber es ist mir auch egal, Hauptsache ich bekomme es.

Ich wüsste nicht, was wäre wenn ich es nicht bekommen würde.

Verteidiger Dr. Philipp: Wieviel müssen Sie nehmen?

Zeuge Broschard: Ich bekomme wöchentlich eine Infusion von

dem Arzt, da ist auch Vitamin C drinnen, das wir bis zur Hälfte

der Flasche leer laufen lassen. Dann bekomme ich 4 Ampullen

einmal in der Woche.

Der Zeuge Franz ROHATSCH, Generalien AS 399 in ON 293, geboren

am 27.4.1951, fremd, gibt nach Wahrheitserinnerung an:

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Vorsitzende Richterin: Es geht um den Ankauf von Ukrainampullen,

können Sie sich daran noch erinnern?

Zeuge Rohatsch: Ja, ich war ein paar Mal dort und habe etwas

gekauft.

Vorsitzende Richterin: Wissen Sie noch wann das war?

Zeuge Rohatsch: Das weiß ich nicht mehr. Das muss 2011 oder

2012 gewesen sein.

Vorsitzende Richterin: Warum haben Sie diese Ampullen gekauft?

Zeuge Rohatsch: Mich hat ein Doktor hingeschickt und gesagt

das kann mir helfen.

Vorsitzende Richterin: Wer war der Doktor?

Zeuge Rohatsch: Den Namen weiß meine Tochter.

Vorsitzende Richterin: Kann es Dr. Blab gewesen sein?

Zeuge Rohatsch: Ja.

Vorsitzende Richterin: Wie sind Sie da zu dem gekommen?

Zeuge Rohatsch: Durchs Internet.

Vorsitzende Richterin: Hatten Sie ein Rezept für die Ampullen?

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Zeuge Rohatsch: Von Dr. Blab und der wo wir die Ampullen gekauft

haben hat es geheißen wir brauchen nicht immer ein Rezept

wir können es so auch kaufen.

Vorsitzende Richterin: Was haben Sie geglaubt wie Sie das gekauft

haben?

Zeuge Rohatsch: Der Dr. Blab hat eine guten Eindruck gemacht.

Vorsitzende Richterin: Haben Sie den Angeklagten jemals gesehen?

Zeuge Rohatsch: Nein.

Vorsitzende Richterin: Was hat der Dr. gesagt wenn Sie die

Ampullen kaufen was dann passiert?

Zeuge Rohatsch: Dass mir warm werden kann und dass ich Fieber

bekommen kann.

Vorsitzende Richterin: Hat er versprochen, dass es besser

wird?

Zeuge Rohatsch: Das weiß ich nicht mehr so genau.

Vorsitzende Richterin: Als Sie das Ukrain gekauft haben, was

haben Sie geglaubt um was es sich dabei handelt.

Zeuge Rohatsch: Ich dachte es ist ein Stoff der hilft.

Vorsitzende Richterin: Dachten Sie es ist ein Medikament das

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zugelassen ist?

Zeuge Rohatsch: Ja.

Vorsitzende Richterin: Dr. Nowicki hat zugegeben, dass er

das umetikettiert hat, dass er das Ablaufdatum verlängert hat,

indem er ein neues Ablaufdatum anbringt, was sagen Sie dazu ?

Zeuge Rohatsch: Dass das nicht richtig ist, weil das praktisch

eine Fälschung ist.

Vorsitzende Richterin: D.h. Sie sind davon ausgegangen es

ist ein Medikament dass zugelassen war und dass es ein frisches

Medikament ist?

Zeuge Rohatsch: Ja.

Vorsitzende Richterin: Hätten Sie es gekauft wenn Sie gewusst

hätten, dass es nicht zugelassen ist und nicht frisch

ist?

Zeuge Rohatsch: Nein.

Vorsitzende Richterin: Möchten Sie sich dem Strafverfahren

als Privatbeteiligter anschließen?

Zeuge Rohatsch: Ja.

Vorsitzende Richterin: Sie haben vor der Polizei gesagt, sie

haben ca. 5.500,-- € dafür bezahlt.

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Zeuge Rohatsch: Ja, mit diesem Betrag möchte ich mich anschließen.

Der Angeklagte anerkennt diesen Betrag nicht.

Verteidiger Dr. Hollaender: Ging es Ihnen um die Wirkung?

Zeuge Rohatsch: Dass ich gesund werde und es mir gegen den

Krebs hilft.

Verteidiger Dr. Philipp: Wie war die Wirkung?

Zeuge Rohatsch: Ich habe es eine Zeit nur nehmen können, weil

ich nachher einen Herzinfarkt bekommen habe.

Verteidiger Dr. Philipp: In der Zeit in der Sie es genommen

haben, und bei ihrem Arzt waren, hat es eine Veränderung gegeben

oder was hat der Arzt gesagt?

Zeuge Rohatsch: Ich bin behandelt worden im Krankenhaus Mistelbach,

die haben erfahren, dass ich das ausprobiere und die

haben mir abgeraten und gesagt entweder werde ich von ihnen behandelt

oder ich mache das. Dann hab ich mit den Ampullen aufgehört

und habe sie aufgehoben zuhause.

Verteidiger Dr. Philipp: In der Zeit wo Sie die Ampullen genommen

haben auf Ratschlag ihres Vertrauensarztes welche Zeitspanne

war das, war das 1 Monat oder länger?

Zeuge Rohatsch: Das weiß ich nicht mehr so genau.

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Verteidiger Dr. Philipp: Hat der Arzt mitgeteilt, was sich

in diesen Monaten geändert oder nicht geändert hat?

Zeuge Rohatsch: Das weiß ich nicht mehr.

Verteidiger Dr. Philipp: Haben Sie selber eine Änderung verspürt

durch Einnahme dieses Flascherls?

Zeuge Rohatsch: Warm ist mir jedes Mal geworden.

Die Zeugin Petra ROHATSCH, Generalien AS 411 in ON 293, geboren

am 10.9.1984, fremd, gibt nach Wahrheitserinnerung an:

Vorsitzende Richterin: Können Sie sich noch erinnern an den

Ankauf von Ukrainampullen?

Zeugin Rohatsch: Ja das war vor ca. 3 – 3 ½ Jahren. Wir waren

bei Dr. Blab in Wien und der hat uns empfohlen die Ukrainampullen

zur Terapie für meinen Vater. Diese haben wir im

Internet gefunden. Wir haben versucht etwas zu finden, um meinem

Vater zu heilen. Ich und mein Vater sind auf das Ukrain

gestoßen, wir sind auf Dr. Blab gekommen und der hat uns weitervermittelt

an den Angeklagten.

Vorsitzende Richterin: Waren Sie mit bei Dr. Blab?

Zeugin Rohatsch: Ja.

Vorsitzende Richterin: Wann war das ungefähr?

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Zeugin Rohatsch: Vor ca. 3 Jahren.

Vorsitzende Richterin: Können Sie sich erinnern was bei Dr.

Blab besprochen wurde?

Zeugin Rohatsch: Er hat uns gesagt dass einige schon geheilt

wurden und auf das hinauf wollten wir das auch probieren.

Vorsitzende Richterin: Das heißt es war von Heilung die

Rede?

Zeugin Rohatsch: Ja. Er hat uns ein Rezept ausgestellt und

wir sind zu Dr. Nowicky gefahren und haben die Ampullen gekauft.

Vorsitzende Richterin: Was haben Sie mit dem Rezept gemacht?

Zeugin Rohatsch: Das haben wir ihm abgegeben und wir brauchten

dann aber nie wieder ein Rezept und kriegten das so. Das

haben wir abgegeben und das wars.

Vorsitzende Richterin: Was haben Sie geglaubt worum es sich

bei Ukrain handelt?

Zeugin Rohatsch: Um ein Mittel dass meinen Vater heilt.

Vorsitzende Richterin: Dachten Sie es ist zugelassen?

Zeugin Rohatsch: Schon, weil es von dem Arzt empfohlen wurde,

dachten wir dass es legal bzw. zugelassen ist. Ein wirkliches

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medizinisches Mittel.

Vorsitzende Richterin: Es wurden Ampullen auch umetikettiert.

Ein altes Ablaufdatum wurde heruntergelöst und ein neues

Ablaufdatum angebracht. Was sagen Sie dazu?

Zeugin Rohatsch: Das haben wir bei der Einvernahme gehört,

aber dazu kann ich nichts sagen.

Vorsitzende Richterin: Wäre das für Sie ein erheblicher Umstand

gewesen?

Zeugin Rohatsch: Doch, weil wenn ich etwas bezahle, möchte

ich auch das haben ohne dass es abgelaufen ist.

Vorsitzende Richterin: Der Umstand, dass es sich um ein zugelassenes

Medikament handelt war auch entscheidend für Sie?

Zeugin Rohatsch: Ja.

Vorsitzende Richterin: Haben Sie verfolgt wie es ihrem Vater

gegangen ist nachdem er das eingenommen hat?

Zeugin Rohatsch: Ja, er hat das parallel mit der Behandlung

im Krankenhaus gemacht. Dadurch kann ich nicht sagen ob das geholfen

hat oder nicht. Er hat parallel eine Chemo gemacht. Dadurch

weiß ich nicht ob die Chemo das Heilende war oder das.

Vorsitzende Richterin: Wie hat das Krankenhaus reagiert?

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Zeugin Rohatsch: Die Ärztin hat gesagt wenn wir das Ukrain

nehmen, will sie damit nichts zu tun haben, weil sie das nicht

kennt. Wir haben es aber trotzdem parallel genommen. Mein Vater

hat es geschluckt.

Vorsitzende Richterin: Wer hat Ihnen gesagt, wie das anzuwenden

ist?

Zeugin Rohatsch: Dr. Nowicky und ein weiterer Herr.

Vorsitzende Richterin: Mit denen haben Sie gesprochen?

Zeugin Rohatsch: Ja.

Vorsitzende Richterin: Hat er Ihnen auch die Dosis gesagt?

Zeugin Rohatsch: Begonnen hat es mit 3 Ampullen täglich und

dann sieht man wie sich das entwickelt.

Vorsitzende Richterin: Haben sie anrufen und sagen müssen wie

sich das entwickelt?

Zeugin Rohatsch: Nein, wir haben das einfach gemacht.

Vorsitzende Richterin: Die 77,-- Euro haben Sie bezahlt pro

Ampulle?

Zeugin Rohatsch: Ca.

Vorsitzende Richterin: Hat Dr. Nowicky gesagt, dass das nur

ein Unkostenbeitrag ist oder der normale Preis ist. Wurde über

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den Preis gesprochen?

Zeugin Rohatsch: Das weiß ich nicht mehr. Einmal haben wir

eine Rechnung bekommen die anderen Male nicht. Beim ersten Mal

haben wir gegenverrechnet und beim 2. Mal auch und dann keine

Rechnung mehr.

Vorsitzende Richterin: Wie oft haben Sie ohne Rechnung bezogen?

Zeugin Rohatsch: Ich schätze 1-2 Mal.

Vorsitzende Richterin: Was haben Sie dann bezahlt?

Zeugin Rohatsch: Wir haben jedes mal 30-40 Ampullen geholt.

Vorsitzende Richterin: Die letzten 2 Ankäufe ohne Rechnung?

Zeugin Rohatsch: Ja.

Vorsitzende Richterin: Wissen Sie warum sie keine Rechnung

bekommen haben?

Zeugin Rohatsch: Nein, das hat mich auch nicht gekümmert,

weil ich eh nichts zurückbekomme.

Vorsitzende Richterin: Hat sich Dr. Nowicky für den Krankheitsverlauf

ihres Vaters interessiert?

Zeugin Rohatsch: Kurz drüber gesprochen haben wir schon, aber

ins Detail gehend nicht.

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Vorsitzende Richterin: Hat er gesagt er möchte wissen wie es

ihm geht wenn er das einnimmt?

Zeugin Rohatsch: Ja. Er hat gesagt wir sollen dokumentieren

wie die Wirkung war. Wir haben das die ersten paar Tage gemacht.

Meinem Vater ist es gesundheitlich nicht gut gegangen

und ich hatte eine 1 Woche alte Tochter gehabt und hatte den

Kopf wo anders.

Vorsitzende Richterin: Hat er sie gefragt nach der Buchführung?

Zeugin Rohatsch: Nein.

Verteidiger Dr. Hollaender: Hieß der Arzt Dr. Andreas Blab im

14. Bezirk?

Zeugin Rohatsch: Er ist ein Kinderarzt, Kidsana aber wie der

im Vornamen heißt, weil ich nicht.

Verteidiger Dr. Hollaender: Es gibt einen Edmund Blab.

Zeugin Rohatsch: Ich glaube der war es.

Verteidiger Dr. Philipp: Haben Sie gewusst, dass der Angeklagte

der Chemiker ist, der es herstellt?

Zeugin Rohatsch: Eigentlich nicht, ich dachte es ist eine

Pharmaziefirma die das herstellt und er der Erfinder ist von

der Mischung. Auf jeden Fall das es ein legales Produkt war.

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Verteidiger Dr. Philipp: Was war für Sie wesentlich, dass es

legal ist oder dass es hilft?

Zeugin Rohatsch: In erster Linie einmal das legale, aber wenn

ich ein Mittel finde das heilt, dann kauf ich es illegal auch.

Verteidiger Dr. Philipp: Wenn Sie der Arzt dort hinschickt

sind Sie davon ausgegangen dass es legal ist?

Zeugin Rohatsch: Ja.

Verteidiger Dr. Philipp: Wenn Ihnen der Chemiker gesagt hätte,

es ist abgelaufen, aber ich habe es erfunden und kann sagen

es wirkt 5 Jahre später weil es meine Erfindung ist. Hätten Sie

es trotzdem gekauft?

Zeugin Rohatsch: Kann ich nicht sagen, kommt auf die Situation

an.

Vorsitzende Richterin: Vorhalt AS 427 in ON 239 haben Sie

sich das Rezept angeschaut, dass Sie bekommen haben?

Zeugin Rohatsch: Das glaub ich nicht, dass ich mir das angeschaut

habe.

Vorsitzende Richterin: Der Verweis auf § 8 AMG.

Zeugin Rohatsch: Was heißt das? Ich habe mir das nicht angeschaut.

Es hat nur geheißen mit dem bekommen Sie das Mittel und

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fertig.

Die Zeugin Monika Ruth Maria HERDER, Generalien AS 617 in ON

293, geboren am 12.2.1947, fremd, gibt nach WAhrheitserinnerung

an:

Vorsitzende Richterin: Es geht um Ukrainankauf. An was

können Sie sich noch erinnern?

Zeugin Herder: Es ging dabei nicht um mich, sondern meinen

verstorbenen Mann. Er hat das Ukrain über unseren damaligen

Hausarzt bezogen und er hat 2 Mal 1 Packung mit 40 Ampullen im

April und Mai 2012 bekommen. Das lief so dass der Arzt das Medikament

bestellt hat und es kam dann zu uns nach Hause wo mein

Mann das in Empfang genommen hat und bar bezahlt hat. Ich habe

hier die Lieferung der Rechnung. Jedes Päckchen kostet 3.148,--

€ und wurde am 11.4.2012 bzw. am 23.5.2012 durch Überweisung

beglichen.

Vorsitzende Richterin: Was haben Sie sich erwartet von diesem

Mittel?

Zeugin Herder: Mein Mann hatte Blasenkrebs, der Arzt unseres

Vertrauens behandelt auch alternativ und mein Mann hatte schon

mal im Jahr 2003 Blasenkrebs und ist dann von diesem Arzt alternativ

behandelt worden und da ist die Erkrankung sogar weggegangen.

Er war 2 Jahre später in der Klinik wegen eines

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Nierensteins, da war nichts mehr von der ersten Krebserkrankung

zu sehen. Dann gabs ein Rezidiv und im Jahr 2010 hat mein Mann

am 25.6.2010 20 Ampullen Ukrain bezogen und hoffte nun damit

zur Genesung zu kommen. Es wurde nicht nur Ukrain sondern auch

andere alternative Methoden angewandt. Mein Mann hatte das feste

Vertrauen in den Arzt und die Mittel dass es ihm besser gehen

würde. Es hat aber nichts geholfen.

Vorsitzende Richterin: Wer hat ihrem Mann das Ukrain verabreicht?

Zeugin Herder: Dr. Plaza in Velbert.

Vorsitzende Richterin: Wer hat gesagt wie viel in welchem

Zeitraum einzunehmen ist?

Zeugin Herder: Das hat alles der Doktor gemacht. Mein Mann

hatte das Vertrauen und hat sich in die Behandlung begeben, da

wir keine Mediziner sind haben wir uns gar nicht so eingemischt.

Heute denke ich es war verkehrt, aber damals waren wir

so. Wir haben uns Heilung erwartet.

Vorsitzende Richterin: Haben sie sich gedacht, dass es sich

bei diesem Ukrain um ein zugelassenes Medikament handelt?

Zeugin Herder: Wir sind davon ausgegangen, dass unser Arzt

nichts macht, was nicht in Ordnung ist. Ich kann als Patient

nicht hinterfragen ob das zugelassen ist oder nicht. Wir sind

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keine Juristen. Ich habe das Vertrauen.

Vorsitzende Richterin: Sind Sie davon ausgegangen, dass es

noch ein frisches Produkt ist?

Zeugin Herder: Natürlich. Wenn man dafür über 3.000,-- Euro

bezahlt, geht man davon aus, dass es in Ordnung ist. Wenn ich

sonst etwas bekomme, schau ich nicht ob das Verfallsdatum abgelaufen

ist.

Vorsitzende Richterin: Der Angeklagte hat zugegeben, das es

umetikettiert wurde und ein anderes Haltbarkeitsdatum angebracht

wurde, was sagen Sie dazu?

Zeugin Herder: Ich würde mich betrogen fühlen.

Vorsitzende Richterin: Sie können sich dem Verfahren als Privatbeteiligte

anschließen.

Zeugin Herder: Ich schließe mich dem Strafverfahren mit einem

Betrag von 2 x 3.148,-- €, demnach 6.296,-- als Privatbeteiligte

an.

Vorsitzende Richterin: Hatten Sie ein Rezept?

Zeugin Herder: Nein. Dr. Plaza hat angerufen und hat das bestellt,

das kam dann zu uns, mein Mann hat das dann genommen

und ist in die Praxis gefahren wo das refundiert und verabreicht

wurde.

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Vorsitzende Richterin: Vorhalt AS 631 in ON 293:

Zeugin Herder: Ich war bei der Polizeibehörde.

Vorsitzende Richterin: Nein, ihr Mann hat am 27.6.2013 ein

E-Mail geschrieben.

Zeugin Herder: Da weiß ich jetzt nichts. Mein Mann ist vorgeladen

worden am 14.5. in der Ermittlungssache wegen Arzneikriminalität

in Österreich und da sollte mein Mann zur

Vernehmung erscheinen am 24.5. da bin ich an seiner Stelle hin,

weil er in der Klinik war.

Vorsitzende Richterin: Verlesen wird AS 631 in ON 293: E-Mail

vom 27.6.2013, Betrifft Zusatzinformation zu Ukrain: Was sagen

Sie dazu?

Zeugin Herder: Mein Mann glaubte an das Mittel. In der Praxis

von Dr. Plaza stand ein dickes Buch, das heißt auch Ukrain und

da war mein Mann sehr von überzeugt und soweit ich weiß, war

Ukrain auch damals noch zugelassen. Es war mal zwischenzeitlich

zugelassen und dann erst nicht mehr zugelassen. Wir sind auch

nicht auf den Gedanken gekommen das zu hinterfragen. Wenn man

einen Arzt hat, vertraut man ihm auch.

Vorsitzende Richterin: Aber dass ihr Mann zuletzt der Meinung

war, dass die Überalterung schuld ist, dass es nicht gewirkt

hat, hat er Ihnen das gegenüber geäußert?

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Zeugin Herder: Wenn er das so geschrieben hat, wird er das

so gedacht haben. Es kann sein, dass er das geäußert hat, aber

er war so schwer krank und ich kann mich nicht mehr dran erinnern.

Verteidiger Dr. Philipp: Wie das begonnen hat im Jahr 2001

oder 2003 waren Sie auch bei Dr. Plaza?

Zeugin Herder: Ja.

Verteidiger Dr. Philipp: Hat er Sie auch zu Dr. Nowicky geschickt,

d.h. der Vorgang war der gleiche wie 2010?

Zeugin Herder: Ich weiß von keinem Ukrain bei der Ersterkrakung,

ich hab gelesen dass mein Mann 2010 20 Ampullen bezogen

hat.

Verteidiger Dr. Philipp: D.h. Ob er im Jahr 2003 mit Ukrain

behandelt worden ist, wissen Sie gar nicht?

Zeugin Herder: Das weiß ich nicht.

Verteidiger Dr. Philipp: Hat Dr. Plaza gesagt, vor 7 Jahren

war er eh auch bei mir, das Mittel hat gewirkt, wir machen das

noch mal?

Zeugin Herder: Ich weiß nur, das was mein Mann auch geschrieben

hat, dass er am Anfang meinte es hätte gewirkt. Es

ist aber nicht ein einzelnes Mittel, das wurde auch von anderen

Dingen unterstützt. Ich kann dazu von 2003 nichts sagen.

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Verteidiger Dr. Hollaender: Wo ist Dr. Plaza niedergelassen.

Zeugin Herder: In Velbert. Dr Peter Plaza, Berliner Straße

11-13, Velbert.

Der Angeklagte anerkennt diesen Betrag nicht.

Der Zeuge Robert BERGER ist nicht erschienen.

Der Zeuge Dr. Karlheinz DEMEL, geboren am 18.10.1937, fremd,

gibt nach Wahrheitserinnerung an:

Vorsitzende Richterin: Es geht um den Ankauf von Ukrain-Ampullen.

Anklagegegenständlich ab 15.11.2011. Haben Sie nach

15.11.2011 Ukrainampullen angekauft?

Zeuge Dr. Demel: Nein.

Vorsitzende Richterin: Haben Sie welche geschenkt bekommen?

Zeuge Dr. Demel: Ja.

Vorsitzende Richterin: Ab diesem Zeitpunkt?

Zeuge Dr. Demel: Ja. Ich glaube 10, mehr hat er nicht ge-

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habt, weil es beschlagnahmt war.

Vorsitzende Richterin: Was können Sie mir dazu sagen?

Zeuge Dr. Demel: Ich habe sie genommen.

Vorsitzende Richterin: Haben Sie gewirkt?

Zeuge Dr. Demel: Ja.

Vorsitzende Richterin: Gleich wie die Ampullen die Sie vorher

genommen haben?

Zeuge Dr. Demel: Das war ganz was anderes, das war 1991, hab

ich aufgrund einer Borreliose eine Entzündung des Herzmuskels

bekommen, das war nach 2 Monaten Einnahme wieder in Ordnung.

Vorsitzende Richterin: Die Ampullen ab dem Jahr 2011.

Zeuge Dr. Demel: Die 10 Stück haben insofern gewirkt, als ich

vorher einen PSA-Wert gehabt habe von 9,3 und dann von 7,8.

Vorsitzende Richterin: Als sie das bekommen haben, sind Sie

davon ausgegangen, dass es sich um ein zugelassenes Medikament

handelt?

Zeuge Dr. Demel: Ich weiß, dass in besonderen Fällen wie das

mir verschrieben worden ist von einem Doktor. Im Zulassungsverfahren

war ich dabei, als ich der Referent war im Wissenschaftsministerium

und habe gemeinsam mit dem Sektionschef und

dem Staatssekretär Dr. Wanek veruscht eine Zulassung zu bekom-

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men und von allen Seiten sind die Querschüsse gekommen, insbesondere

von der Pharmaseite. Es ist immer gesagt worden es ist

ein nicht standardisiertes Produkt, es ist die Antwort gekommen,

dass es nicht synthetisch ist sondern eine pflanzliches

Produkt und daher verschieden. Es hat geheißen die Zulassung

wird nicht gemacht, aber die einzelnen Ärzte können das tun.

Vorsitzende Richterin: Es gibt einen Bescheid vom Bundesamt

für Sicherheit und Gesundheit und ein Erkenntnis des VwGh dass

dieser Bescheid genehmigt wurde, dass Dr. Nowicky das Herstellen

und in Verkehrbringen untersagt wurde.

Zeuge Dr. Demel: Das war mir nicht bekannt.

Vorsitzende Richterin: Was sagen Sie jetzt dazu?

Zeuge Dr. Demel: Nichts. Jetzt weiß ich es. Ich habe von einem

meiner Freunde in Zagreb ein Schreiben bekommen, dass die

Immunleitung der Zagreber Klinik eine klinische Studie machen

möchte und dafür eine Menge Material braucht. Ich weiß nicht wo

das Material ist.

Der Zeuge legt vor den E-Mailverkehr zwischen ihm und Dr. Besim

HULAY, dies wird als Beilage ./C zum Hauptverhandlungsprotokoll

genommen.

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Oberstaatsanwalt: Wann genau haben Sie diese Ampullen geschenkt

bekommen?

Zeuge Dr. Demel: Anfang des Jahres 2015.

Verteidiger Dr. Hollaender: Sie sagten Sie seien mit dem Zulassungsverfahren

in ihrer früheren amtlichen Eigenschaft befasst

gewesen, konnten Sie feststellen, dass dem Angeklagten

von der Behörde AGES bzw. früherer Name und deren Beamten unsachlich

begegnet wurde zu seinem Nachteil?

Zeuge Dr. Demel: Unsachlich weiß ich nicht, aber freundlich

waren die nie.

Verteidiger Dr. Hollaender: Der Angeklagte hat Vorwürfe gegen

die Beamten der Ages erhoben, dass sie zu seinem Nachteil

agierten und einen besonderen Verfolgungsdrang über die gesetzlichen

Kompetenzen hinaus aufwiesen. Haben Sie so einen Eindruck

auch?

Zeuge Dr. Demel: Ob sie ihre Kompetenzen überschritten haben

weiß ich nicht. Aber sie haben immer wieder neue Sachen verlangt.

Ob sie das dürfen weiß ich nicht.

Verteidiger Dr. Hollaender: Ist Ihnen bekannt, dass Ukrain

für klinische und außerklinische Studien zugelassen wurde?

Zeuge Dr. Demel: Das kann ich mich nicht mehr erinnern, ich

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kann mich nur erinnern, dass es geheißen hat für austherapierte

Fälle ist es zulässig, wenn ein Arzt es verlangt.

Verteidiger Dr. Hollaender: Es wurden von der Ages auch Überüfungen

von Ukrain älteren Datums und abgelaufenen Datums vorgenommen

die weitgehende Übereinstimmung erbrachten. Ist Ihnen

dazu etwas bekannt bzw. früher aus dem Zulassungsprozess etwas

hinsichtlich der Haltbarkeit von Ukrain?

Zeuge Dr. Demel: Nach den verschiedenen Vorbringen war es

so, dass gesagt wurde, dass bei Alkaloiden keine Veränderungen

nachweisbar sind.

Verteidiger Dr. Hollaender: Auch über einen längeren Zeitraum?

Zeuge Dr. Demel: Ja.

Verteidiger Dr. Philipp: D.h. das Mittel ob es wirkt oder

nicht wirkt hat die selbe Wirksamkeit gleichgültig welches Jahr

draufsteht, weil es sich nicht verändert. So haben Sie es von

wem verstanden?

Zeuge Dr. Demel: Da waren einige Leute dabei insbesondere aus

Deutschland war ein Herr 2 Mal da der das selber geprüft hat

und offenbar zu dem Schluss gekommen ist.

Verteidiger Dr. Philipp: Haben Sie diesbezüglich Gespräche

auch mit Dr. Nowicky persönlich geführt?

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Zeuge Dr. Demel: Ich habe mit ihm im Gesundheitsministerium

gesprochen wenn er da war. Er hat immer das selbe gesagt, es

ist aus pflanzlichen und verschiedenen Stoffen zusammengesetzt

und es ändern sich nicht die Alkaloide die daraus entwickelt

wurden.

Verteidiger Dr. Philipp: Was war eigentlich immer der Grund

ob es zugelassen wird oder nicht, was war das Problem?

Zeuge Dr. Demel: Ich glaube, das ist ein finanzielles Problem.

Wenn jemand fürchtet, dass seine Geschäfte nicht so gut

gehen, wenn ein Mittel nicht so teuer ist und keine Nebenwirkungen

hat muss die Pharmazie das befürchten. Ich war Vorsitzender

der Dopingkontrolle und mir war bekannt, dass

Chemotherapie so ist, dass viele Immunstoffe zerstört werden,

dann hat man 5 Jahre eine Ruhe und dann ist das Immunsystem so

kaputt und man bekommt alle Krankheiten die man sich denken

kann, unter anderem auch Krebs.

Verteidiger Dr. Philipp: Wenn man Ihnen jetzt 10 Flascherl

geben würde, würden Sie die nehmen?

Zeuge Dr. Demel: Sicher.

Der Zeuge Dr. Erich CZWIERTNIA, geboren am 8.9.1922, fremd,

gibt nach Wahrheitserinnerung an:

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Vorsitzende Richterin: Sie wurden seitens der Verteidigung

beantragt mir etwas in dem Strafverfahren über das Ukrain zu

erzählen, was können Sie mir dazu erzählen?

Zeuge Dr. Czwiertnia: Den Schriftsatz den ich dem Angeklagten

gegeben habe wird dem Gericht übergeben worden sein.

Der Zeuge legt vor einen von ihm verfassten Schriftsatz

Dieser wird als Beilage ./D zum Hauptverhandlungsprotokoll genommen.

Zeuge Dr. Czwiertnia: Ich hatte im Jahr 2008 im Krankenhaus

Baden diagnostiziert bekommen Prostatakrebs und ich hatte einen

Freund den Ing. Jakob dessen Frau vor mehr als 30 Jahren mit

einem unoperablen Darmkrebs zum Sterben nach Hause geschickt

wurde, Ukrain genommen hat und heute noch lebt. Daraufhin hat

mir Ing. Jakob den Angeklagten empfohlen und ich habe mir das

Ukrain besorgt und Dr. Taborsky-Keller hat mich behandelt und

geheilt. Es ist ein vortreffliches Mittel, hat mir geholfen und

ich habe keinerlei Beschwerden.

Vorsitzende Richterin: Haben Sie nach dem 15.11.2011 noch

Ukrain-Ampullen bekommen?

Zeuge Dr. Czwiertnia: Ich nehme an.

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Vorsitzende Richterin: Haben Sie sie gekauft oder geschenkt

bekommen?

Zeuge Dr. Czwiertnia: Gekauft und einmal geschenkt bekommen.

Vorsitzende Richterin: Haben Sie vor dem 15.11. Ukrain-Ampullen

genommen?

Zeuge Dr. Czwiertnia: Nein.

Vorsitzende Richterin: Nur nach dem 15.11.2011 haben Sie Ampullen

genommen, vorher nicht.

Zeuge Dr. Czwiertnia: Ich glaube nicht.

Oberstaatsanwalt: Die Erkrankung war im Jahr 2008?

Zeuge Dr. Czwiertnia: Ja.

Oberstaatsanwalt: Was war von 2008 bis 2011?

Zeuge Dr. Czwiertnia: Es ist möglich, dass ich schon vorher

mit Ukrain behandelt wurde, ich kann mich nicht mehr genau erinnern.

Oberstaatsanwalt: Seit wann sind Sie beschwerdefrei?

Zeuge Dr. Czwiertnia: Seit 2012.

Verteidiger Dr. Hollaender: Sämtliche Ukrainampullen die Sie

eingenommen haben, haben Sie die positive Wirkung bei all denen

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feststellen können?

Zeuge Dr. Czwiertnia: Dr. Taborsky hat mir erzählt, dass er

sehr viele Heilungserfolge hatte mit Ukrain, welche ziemlich

spektakulär waren. Ich bin seither nach Abschluss der Behandlung

beschwerdefrei und habe auch keinen Rückfall also ist es

ein ganz hervorragendes Medikament. Zur Umetikettierung: Ich

hatte einen guten Freund Franz BERAN der von einer großen Pharamfirma

engagiert wurde und in ganz Österreich arbeitet. Der

hat mir einige Details von seinen Dienstgebern erzählt die

haarsträubend waren u.a. dass bei großen Pharmafirmen ständig

umetikettiert wird, allerdings nach Prüfung ob der Wirkstoff

noch in Ordnung ist. Und so wird das bei Dr. Nowicky auch gelaufen

sein, wenn er geschaut hat ob es noch in Ordnung ist hat

er es auch umetikettiert. Und dieser Freund konnte es mit seinem

Gewissen nicht mehr vereinbaren für diese Firma zu arbeiten,

obwohl er viel verdient hat. Er ist dann Landarzt geworden

in St. Florian. Er hatte ein beträchtlichen Verdienstentgang

aber das war ihm lieber als weiterhin für die Pharmafirma zu

arbeiten.

Oberstaatsanwalt: Nach dem 15.11. scheinen Sie nicht als Käufer

von Ukrain auf. Kann es sein, das Sie sich nicht mehr erinnern

könne

Zeuge Dr. Czwiertnia: Möglich, es ist schon lange her.

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Der Zeuge Robert BERGER, Generalien AS 57 in ON 293, geboren am

2.4.1967, fremd, gibt nach Wahrheitserinnerung an:

Vorsitzende Richterin: Es geht um den Ankauf von Ukrainampullen,

können Sie sich noch dran erinnern?

Zeuge Berger: Ich habe im Internet, wie bei mir Krebs diagnostiziert

worden ist, sehr umfangreich recherchiert. Für mich

wäre nur Chemo in Frage gekommen die ich bis heute nicht gemacht

habe. Da bin ich auf das Ukrain gestoßen.

Vorsitzende Richterin: Was haben Sie erwartet?

Zeuge Berger: Ich habe mir eine starke Wirkung relativ kurzfristig

erwartet. Ich habe viel ausprobiert. Ich habe Lymphknotenkrebs

der zu 90% aggressiv ist.

Vorsitzende Richterin: Wie haben Sie das Ukrain bezogen?

Zeuge Berger: Eine Bekannte von mir hat es direkt von dort

bezogen.

Vorsitzende Richterin: Was haben Sie geglaubt worum es sich

bei Ukrain handelt? War es ein zugelassenes Medikament?

Zeuge Berger: So weit hab ich mich nicht informiert.

Vorsitzende Richterin: Ein frisches Medikament?

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Zeuge Berger: Auf jeden Fall.

Vorsitzende Richterin: Wenn ich Ihnen sage, dass ein neues

Haltbarkeitsdatum angebracht wurde, was sagen Sie dazu?

Zeuge Berger: Das finde ich sehr schlimm. Viele Leute gibt es

die so etwas nicht machen. Man spielt mit dem Leben.

Vorsitzende Richterin: D.h. für Sie war mitentscheidend,

dass es sich um ein frisches Produkt handelt?

Zeuge Berger: Selbstverständlich.

Vorsitzende Richterin: War es für sie mitentscheidend, dass

es ein zugelassenes Arzneimittel war?

Zeuge Berger: In der Richtung hab ich mich nicht informiert.

Es geht darum wenn man etwas erfährt, wo man glaubt es nützt.

Es ist viel im Umlauf da muss man aufpassen. Es gibt Vitamin C,

Wunderheiler, es gibt viele Alternativheilmittel. Im Krankenhaus

wird einem gar nichts gesagt außer dass es Wahnsinn ist,

dass man die Chemo nicht macht.

Vorsitzende Richterin: Wer hat die Ampullen gekauft für Sie?

Zeuge Berger: Meine damaligen Freundin Sabine Schubert.

Vorsitzende Richterin: Haben Sie selbst mit Dr. Nowicky gesprochen?

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Zeuge Berger: Nein. Es war eine halbe Dosis mit 20 Ampullen.

Es hätte eine ganze gegeben und ich habe eine halbe genommen.

Vorsitzende Richterin: Was haben Sie dafür bezahlt?

Der Zeuge legt vor Rechnung sowie Beipackzettel zu Ukrain.

Rechnung vom 23.7.2012 1.540,-- €

Vorsitzende Richterin: Haben Sie nur einmal bezogen?

Zeuge Berger: Ja.

Vorsitzende Richterin: Möchten sie sich dem Strafverfahren

als Privatbeteiligter anschließen?

Zeuge Berger: Ja.

Vorsitzende Richterin: Warum fühlen Sie sich betrogen?

Zeuge Berger: Weil sie abgelaufen sind. Wenn man mit Krebspatienten

arbeitet. Es geht auch ums Geld ich habe andere Sachen

auch genommen und mir das Geld von meinem Bruder ausgeborgt. Da

kommt vieles auf einen zu, auch psychisch.

Oberstaatsanwalt: Dem Dr. Nowicky ist es mit Bescheid untersagt

worden, dass Ukrain verkauft wird, Grund für diese Entscheidung

der Behörden war auch, dass die Behörden von einem

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Verdacht der Gesundheitsgefährdung ausgeht. Hätte das für Sie

eine Rolle gespielt?

Zeuge Berger: Das kann ich nicht sagen.

Verteidiger Dr. Philipp: Wann hat man bei Ihnen erstmals diagnostiziert

dass Sie an Krebs leiden?

Zeuge Berger: 2011 im April da habe ich einen großen Lymphknoten

gehabt im Hals und der hat mich zu den Elisabethinern

geschickt, dort bin ich sofort auf die Onkologie gekommen. Es

war aber weder im Blut noch im Rückenmark beweisbar, d.h. es

hat sich über Monate dahingezogen bis dann letztendlich Anfang

2012 man gesagt hat, man operiert Lymphknoten raus. Genau zu

dem Zeitpunkt ist es aber so gewesen dass meine rechte Mandel

geteilt war, d.h. beim Schlucken hat es leichte Schmerzen gegeben.

Bei den Elisabethinern gab es aber keine HNO-Station , man

hat mich nach Steyr geschickt, der HNO Arzt hat geglaubt es ist

nur die Mandel und in Steyr hat man sofort gesagt, es ist

Krebs.

Verteidiger Dr. Philipp: Jetzt wissen Sie, das seit Mitte

2011. Sie sagen die Chemo lehnen Sie ab, wurden Sie operiert?

Zeuge Berger: Im April 2012 bin ich operiert worden in Steyr,

erst dann hat man bei mir sagen können, dass dieser Krebs sehr

aggressiv ist, vorher konnte man das gar nicht feststellen.

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Dann ist es rausoperiert worden, dann hab ich erstmal das definitiv

gewusst.

Verteidiger Dr. Philipp: Dann hat man Ihnen Chemo vorgeschlagen.

Zeuge Berger: Ja, das habe ich abgelehnt, ich habe dann mich

schlau gemacht, was man machen kann.

Verteidiger Dr. Philipp: Sind Sie rekommandiert worden durch

einen Arzt auf Dr. Nowicky oder sind Sie selber hingekommen?

Zeuge Berger: Ich habe sehr viel gemacht zu der Zeit und bin

durchs Internet zu ihm gekommen.

Verteidiger Dr. Philipp: Hatten Sie ein Rezept?

Zeuge Berger: Ich glaube nicht.

Verteidiger Dr. Philipp: War das die erste Behandlung mit dem

Ukrain?

Zeuge Berger: Nein, ich war bei einigen Alternativärzten, das

Amalgam bei den Zähnen untersuchen, entgiften.

Verteidiger Dr. Philipp: Haben Sie eine Idee wodurch es Ihnen

heute gut geht?

Zeuge Berger: Für mich schon, für mich ist Ernährung der erste

Punkt, grüne Smoothies, Diät, es gibt Dinge die früher schon

vorgegangen sind, und das habe ich sehr stark gemacht.

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Verteidiger Dr. Philipp: Wenn man Ihnen gesagt hätte, das

Mittel ist abgelaufen, aber es ist uninteressant ob das abgelaufen

ist, weil die gleiche Wirkung da wäre, hätten Sie es

dann genommen oder nicht?

Zeuge Berger: Wenn ich so ein teures Präparat kaufe, dann

gehe ich davon aus, dass es frisch ist. Dann hätte ich es nicht

genommen.

Verteidiger Dr. Philipp: Warum haben Sie nach relativ kurzer

Zeit mit der Behandlung aufgehört?

Zeuge Berger: Ich habe das so rausgelesen, dass es bei den

Lymphknoten schnell anschlägt und ich dachte mir dass man

gleich was merkt, und da hat sich gar nichts getan.

Vorsitzende Richterin: Sie haben aufgehört weil sich nichts

verändert hat?

Zeuge Berger: Meine Lymphknoten waren teilweise größer. Ich

habe keine Wirkung gemerkt.

Verteidiger Dr. Philipp: Haben Sie Kontakt mit Ärzten?

Zeuge Berger: Ich mache bei einem Alternativarzt Blutuntersuchungen.

Ich gehe zum Ultraschall.

Verteidiger Dr. Philipp: Hat Ihnen ein Arzt gesagt sie sind

geheilt, weil...? Hat ein Mediziner gesagt warum Sie geheilt

sind?

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Zeuge Berger: Bei mir hat man vorher den Krebs nicht diagnostizieren

können und kann man nachher auch nicht machen.

Der Angeklagte anerkennt den Privatbeteiligtenanschluss nicht.

Der Zeuge Eckard SCHMIDT ist unentschuldigt nicht erschienen,

wobei die Zustellung der Ladung Ladung nicht ausgewiesen ist.

Verlesen wird ON 425, wonach Johannes Schrenk am 21.5.2013 verstorben

ist, weshalb die Aussage des Zeugen AS 447 ff. in ON

293 verlesen wird. Die fehlende Seite wird beim nächsten Mal

verlesen.

Die Zeugin Dr. Monika BERTHOLD, geboren am 17.11.1942, fremd,

gibt nach Wahrheitserinnerung an:

Vorsitzende Richterin: Was können Sie mir erzählen?

Zeugin Dr. Berthold: Ich kenne den Angeklagten seit den 90er

Jahren. Ich habe noch nie einen dickköpfigeren Menschen kennengelernt

als ihn aber ist er absolut integer. Ich habe einen Anruf

bekommen von Dr. Thun-Hohenstein, die mich gebeten hat bei

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der österreichischen Ärztezeitung über Ukrain zu schreiben. Sie

hat mich mit ihm zusammengebracht. Er war absolut offen und

ehrlich. Er hat gesagt er ist kein Arzt und Ukrain kann nicht

alles und nicht alle heilen. Später hat er mich auch informiert

über die abgelaufenen Ampullen, er hat aber gesagt dass er die

Ampullen kontrollieren hat lassen im Labor und diese voll funktionsfähig

seien.

Vorsitzende Richterin: Wann hat er Ihnen das erzählt?

Zeugin Dr. Berthold: Ich weiß es nicht mehr. Ich denke eher

letztes Jahr.

Vorsitzende Richterin: Im Jahr 2014?

Zeugin Dr. Berthold: Ich kann die Zeit nicht mehr genau bestimmen,

er hat mir eines Tages davon erzählt für mich war das

nicht relevant,ich weiß nur, dass er es mir erzählt hat.

Vorsitzende Richterin: Hat er erzählt wo er das überprüfen

hat lassen?

Zeugin Dr. Berthold: In einem Labor, wo hat er mir nicht gesagt.

Die Dr. Thun-Hohenstein hat mich mit ihm zusammengebracht

und es ist mir gelungen einen Artikel in der österreichischen

Ärztezeitung zu bringen. Es ist ein Sturm dort losgebrochen der

mich fast meinem Job gekostet hätte, weil es geheißen hat, wie

kann ich darüber einen Artikel schreiben. Ich habe mitbekommen,

dass dahinter die Pharmaindustrie steckt die mit der Ärzte-

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schaft zusammenarbeitet und habe immer wieder die Beobachtung

gemacht, dass die pharmazeutische Industrie dahinter steckt und

habe etwas in die Hand bekommen was deutlich gemacht hat, dass

es gestimmt hat. Ein Brief von einem Mönch an Dr. Nowicky, der

vor 15 Jahren Krebs gehabt hat, der mit Ukrain geheilt wurde

der schreibt:

Die Zeugin verliest den rief, welcher als Beilage ./E zum

Hauptverhandlungsprotokoll genommen wird.

Zeugin Dr. Berthold: Das war für mich der Hintergrund für

alle diese Sachen das man sagt Ukrain sei nicht wirksam oder

gar giftig. Es gibt so viele Ergebnisse von Forschungen, die

belegen, dass Ukrain wirksam und ungiftig ist. Ich habe noch

nie eine Studie bekommen, die belegt das Ukrain giftig ist. Ich

verstehe auch nicht wie z.B. ich geladen wurde zur Kripo und er

hat gesagt, dass die wissenschaftlichen Studien alle falsch

sind, das verstehe ich nicht, die muss man doch einmal lesen

und mit den Instituten Kontakt aufnehmen, um zu eruieren ob das

stimmt oder nicht. Ich habe mich nicht verlassen auf Unterlagen

oder Interviews, sondern ich habe es bei mir selber ausprobiert

und meinem Mann und habe festgestellt nach Einnahme von Ukrain,

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ich hatte Gott sei Dank keinen Krebs, aber ich habe festgestellt,

dass mein Immunsystem mehr als ¾ Jahr absolut toll war.

Ich hatte nie Grippe oder Husten. Mein Mann hatte altersentsprechend

Probleme mit der Prostata. Mit Ukrain konnte er den

PSA-Wert immer auf den Level von 5 halten. Dann wurden von der

AGES die Ampullen konfisziert und der PSA Wert stieg auf 9 sodass

der Urologe ihn ins Spital einweisen ließ, um das zu überprüfen.

Im Grunde genommen könnte mir Dr. Nowicky egal sein,

nicht egal sind aber die Patienten die auf Ukrain angewiesen

sind, das ist nicht richtig dass man diesen Leuten Ukrain vorenthält,

so wie mein Mann, der bräuchte das ganz dringend. Ich

habe versucht Ukrain zu bekommen über meinen Anwalt aber ich

hatte keine Chance. Ich weiß nicht warum man dieses Präparat

den kranken Menschen vorenthält. Seit Jahren wird mein Handy

abgehört, können sie eruieren lassen wer dafür zuständig ist?

Verteidiger Dr. Hollaender: Haben Sie im Zuge ihrer Recherchen

für das Buch aus eigenen Wahrnehmungen auch Beweise für

die Wirksamkeit von Ukrain Studien und dgl. selbst gesehen? Haben

Sie das selbst recherchiert?

Zeugin Dr. Berthold: Ich habe die Unterlagen gelesen von Patienten

die mit Ukrain geheilt wurden, ich habe mit diesen Patienten

nicht selber geredet, aber ich habe 3 Bekannte die zu

mir gekommen sind, auch eine Dame z.B. die hatte Brustkrebs und

sie kam zu mir händeringend, stand von mir hat ihr Mütze herun-

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tergenommen und hat gesagt „schauen Sie wie ich ausschaue!“.

Sie hatte keine Haare, die Nägel waren ausgefallen wegen so

viel Chemo und sie wollte Ukrain haben. Ich sagte ich kann es

nicht, es ist konfisziert. Das schlagendste ist, dass ich und

mein Mann es selber ausprobiert haben und es 100% funktioniert

hat.

Verteidiger Dr. Hollaender: Konnten Sie noch weitere Wirkungsweisen

feststellen?

Zeugin Dr. Berthold: Es ist einer dabei den ich sehr gut kenne,

aber dessen Name darf ich nicht sagen, aber er wurde geheilt.

Verteidiger Dr. Hollaender: Das haben sie von denen selbst

gehört?

Zeugin Dr. Berthold: Ja, in einem Wiener Spital.

Verteidiger Dr. Hollaender: Haben Sie im Zuge ihrer Recherchen

für ihre Arbeiten auch Beweise hinsichtlich der Haltbarkeit

von Ukrain wahrnehmen können?

Zeugin Dr. Berthold: Nein, das habe ich nicht.

Verteidiger Dr. Hollaender: Haben Sie im Zuge ihrer Recherchen

in Richtung Behörden das Verhalten über viele Jahrzehnte

seitens der Gesundheitsbehörde insbesondere der Behörde Ages

Widerstände gegen Dr. Nowicky seine Anträge und seine Person

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feststellen können die unsachlicher Natur waren?

Zeugin Dr. Berthold: Natürlich diese Unterlagen die es gibt,

die hab ich gelesen. Z.B. diese Feststellung, dass Ukrain giftig

ist. Das ist absolut unsachlich und auch, dass Ukrain unwirksam

ist, das ist das Allerschlimmste.

Vorsitzende Richterin: Warum können Sie beurteilen, dass

diese Feststellung der Behörde falsch ist?

Zeugin Dr. Berthold: Weil ich es selber genommen habe, wenn

es giftig wäre, hätte man eine negative Wirkung bei mir beobachtet.

Verteidiger Dr. Philipp: Sie wollten etwas erzählen mit der

Frau mit der Chemo. Wann war das ganze?

Zeugin Dr. Berthold: Das war ungefähr vor 1 ½ Jahren

Verteidiger Dr. Philipp: Also nach 2011.

Zeugin Dr. Berthold: Ja.

Festgehalten wird, dass der Angeklagte bekannt gibt die Zeugenaussagen

verstanden zu haben und keine Übersetzung zu benötigen.

Der Angeklagte gibt bekannt, dass er sich dazu nicht äußern

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möchte.

Die Verhandlung wird um 11.30 Uhr unterbrochen.

Die Verhandlung wird um 11.45 Uhr fortgesetzt.

Verlesen wird die Eingabe des Zeugen Würkner. Kalenderabschrift

Oktober 2011.

Dies wird als Beilage ./F zum Hauptverhandlungsprotokoll genommen.

Der Zeuge Dr. Burkart ASCHOFF, geboren am 25.8.1946, fremd,

gibt nach Wahrheitserinnerung an:

Vorsitzende Richterin: Es geht um das Mittel Ukrain, was können

Sie mir dazu sagen? Mich interessieren Ihre Wahrnehmungen

ab dem 15.11.2011

Zeuge Aschoff: Ich behandle seit inzwischen 19 Jahren sehr

viele Patienten mit Ukrain. Krebspatienten die sonst keine

Chancen mehr haben. Die Erfahrungen die ich mit diesem Medikament

gemacht habe sind außerordentlich gut. Es gibt kein Krebsmedikament

mit dem alles geheilt werden kann, aber Ukrain ist

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ein Medikament das in der Tat bei sehr vielen Krebserkrankungen

wirkt, nicht bei allen, und vor allen Dingen extrem wenig Nebenwirkungen

hat. Sie haben den jungen Mann schon befragt, den

ich behandle inzwischen seit 14 Jahren. Eine Erkrankung die ihn

bis zum 16 Lebensjahr 52 OPs eingebracht hat aufgrund von

Krebsbildungen im Gesicht und im Bereich des oberen Brustkorbes.

Er hat keine schönen Ergebnisse davon getragen. Er kam vor

14 Jahren zu mir mit der Fragestellung ob eine Möglichkeit besteht

mit ihren Mitteln und Möglichkeit die Häufigkeit der OPs

und den Umfang der OPs zu verhindern. Ich konnte das damals

nicht beantworten und hab gesagt wir probieren es, sie sehen

heute das Ergebnis. Mondscheinkinder werden im Schnitt 16 Jahre

alt, er ist jetzt 30 Jahre alt geworden und damit ist er einer

der ältesten Mondscheinkinder die wir haben und mit Ukrain erzeugt

haben. Ich habe viele Patienten darüber hinaus behandelt

mit Pankreaskrebs, Hirntumoren die sämtliche Wege gegangen

sind. Ich habe groß und klein behandelt. Einen meiner berühmtesten

Patienten war die Schwiegermutter des tunesischen

Staatspräsidenten, die noch 5 Jahre mit einem Pankreaskarzinom

gelebt hat, die Überlebensrate ist normalerweise ¼ Jahr. Ich

verstehe die ganzen Aktionen die gegen Ukrain laufen gar nicht

und dass es beschlagnahmt ist, dadurch werden leider Tote produziert,

das hab ich der Staatsanwaltschaft in einem Telefonat

auch am Telefon gesagt.

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Vorsitzende Richterin Dem Dr. Nowicky wurde von der österreichischen

Verwaltung untersagt diese Mittel herzustellen und

in Verkehr zu setzen, wissen Sie darüber Bescheid?

Zeuge Aschoff: Nein.

Vorsitzende Richterin: Dann hat Dr. Nowicky selber zugegeben,

dass er Ampullen umetikettiert hat, mit einem neuen Ablaufdatum

um längere Haltbarkeit vorzutäuschen.

Zeuge Aschoff: Darüber weiß ich nichts, aber solche Umetikettiermaschinen

werden nicht für einen kleinen Hersteller wie Nowicky

hergestellt, sondern für die Pharmaindustrie, fragen Sie

mal wieviel Pharmafirmen umetikettieren. Es ist ein Alkaloid

und diese können sich nicht verflüchtigen, also dürfte die

Wirksamkeit nicht dadurch nachlassen.

Vorsitzende Richterin: Was wissen Sie über Lagervorschriften

bezogen auf Injektionslösungen?

Zeuge Aschoff: Ich weiß was ich in meinem Haus einhalten

muss, aber nicht wie es in Österreich ist.

Ich muss es trocken und verschlossen lagern, damit niemand anders

rankommt und es muss temperaturmässig in entsprechenden

Räumlichkeiten verwahrt sein.

Vorsitzende Richterin: Was sagen ihnen die GMP-Kriterien?

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Zeuge Aschoff: Diese Kriterien sind zur sauberen Herstellung

eines Medikaments. Dafür brauchen sie entsprechende Laboratorien

und Hygieneräume. Aber wie das in Österreich gehandhabt ist,

weiß ich nicht.

Vorsitzende Richterin: Wenn diese Kriterien nicht eingehalten

werden, was passiert dann?

Zeuge Aschoff: Dann gibt es keine Zulassung in Deutschland um

ein Medikament herzustellen. Wie das in Österreich gehandhabt

wird, weiß ich nicht.

Verteidiger Dr. Hollaender: Im Zuge ihrer Tätigkeit haben Sie

Feststellungen zur Wirksamkeit des Ukrain gemacht und zur Haltbarkeit?

Nach ihren Erfahrungen und Wissen als Arzt ist eine

verschlossene Ukrainampulle die ihr erst aufgeschriebenes Haltbarkeitsdatum

um 10 Jahre überschritten hat auch noch gleichermaßen

konstant wirksam?

Zeuge Aschoff: Ja. Das Medikament befindet sich in einer

braunen Glasampulle und in einer Schachtel. Bei einer gleichmäßigen

Temperatur dürfte mit dieser Ampulle und deren Inhalt

faktisch nichts passieren und aus meiner Erfahrung ist auch

nichts passiert und das Medikament ist nach wie vor wirksam.

Verteidiger Dr. Philipp: Sie bezeichnen es als Medikament,

setzt das voraus, dass es zugelassen ist oder nicht oder dass

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es eine Wirkung zeigt?

Zeuge Aschoff: Das Medikament bezeichnet eine Substanz die

der Arzt anwendet. Es gibt Medikamente die der Arzt selber herstellt

und es keiner Zulassung bedarf, also es ist völlig

wurscht ob es zugelassen oder nicht zugelassen ist.

Verteidiger Dr. Philipp: Wie spielt sich das derzeit in

Deutschland ab?

Zeuge Aschoff: In Deutschland gibt es nichts mehr und es ist

auch faktisch damit nicht anwendbar.

Verteidiger Dr. Philipp: Was ist mit Ihren Patienten?

Zeuge Aschoff: Das ist eine Frage, die Sie an die österreichischen

Behörden stellen müssen die das Medikament beschlagnahmt

haben. Es gibt immer Fälle in der Medizin die auch im

Gegensatz zu den Rechtsverordnungen eingesetzt werden können

wenn es um Leib und Leben des Patienten geht, schließlich sind

die Behörden nicht die Stabbrecher.

Verteidiger Dr. Philipp: Jetzt sind 3 ½ Jahre vergangen.

Zeuge Aschoff: In den 3 ½ Jahren ist eine Patientin z.B. von

mir die ich fortlaufend behandelt habe und aufgrund dass ich

nichts mehr an Medikamenten zur Verfügung hatte, frühzeitig

verstorben, sie hatte einen Pankreastumor. Diese Patientin hat-

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te 2/3 der Leber verloren gehabt wegen Metastasen. Ich habe die

Frau 8 Jahre behandelt und Ukrain war dann nicht mehr da und 14

Tage später war die Frau tot.

Verteidiger Dr. Philipp: Haben Sie das Ukrain immer bei Dr.

Nowicky bezogen?

Zeuge Aschoff: Ja.

Verteidiger Dr. Philipp: Gibt es in Deutschland eine andere

Person die sich mit Ukrain beschäftigt?

Zeuge Aschoff: Nein.

Verteidiger Dr. Philipp: Wann haben Sie begonnen mit Dr. Nowicky

zu arbeiten?

Zeuge Aschoff: 1997.

Verteidiger Dr. Philipp: Können Sie mir von 1997 bis 2011

eine grobe Schätzung von Krebspatienten sagen die Sie behandelt

haben?

Zeuge Aschoff: Etwa 5000 Patienten. Die Erfolgsquote mit der

Metastasierung und Verkomplizierung der Erkrankung die keine

andere Chancen mehr hatten, davon haben 20% überlebt. Es gibt

eine Metastudie zur Chemotherapie da finden sie ein erschreckendes

Ergebnis. Die konventionelle Chemotherapie hat eine Erfolgsquote

von 2,1%, daher hat Dr. Nowicky mehr Erfolge als die

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Chemo zusammenbringt.

Vorsitzende Richterin: was verstehen Sie unter einem Arzneimittel,

ist das das selbe wie ein Medikament?

Zeuge Aschoff: Für mich ist das das gleiche.

Vorsitzende Richterin: Egal, ob das zugelassen ist oder

nicht?

Zeuge Aschoff: Das ist für mich unwichtig.

Vorsitzende Richterin: Ist für Sie Medikament und Arzneimittel

dasselbe bezogen auf die Zulassung?

Zeuge Aschoff: Zulassung ist völlig egal, ich stelle selber

Medikamente her oder Arzneimittel, und dafür hab ich keine Zulassung.

Das ist völlig egal ob eine Zulassung existiert oder

nicht.

Der Zeuge Dr. Norbert ROZSENICH, geboren am 31.5.1943, fremd,

gibt nach Wahrheitserinnerung an:

Vorsitzende Richterin: Es geht um Ukrain und der Verwaltungsverfahren

in dem Zusammenhang. Welche eigene Wahrnehmung können

Sie mir berichten?

Zeuge Dr. Rozsenich: Ich war 30 Jahre für die wissenschaftli-

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che Forschung im Wissenschaftsministerium zuständig und hatte

die wissenschaftlichen Studien zu lesen die die Wirksamkeit von

Ukrain bestätigen von der wissenschaftlichen Seite. Ich war als

Sektionsleiter und Sektionschef von 1984 bis 2000 im Bundesministerium

für Wissenschaft und Forschung.

Vorsitzende Richterin: Danach enden ihre Wahrnehmungen von

ihrer Seite?

Zeuge Dr. Rozsenich: Ja.

Vorsitzende Richterin: Es gibt einen Bescheid vom Jahr 2009

wonach dem Dr. Nowicky die Herstellung und Inverkehrsetzung von

Ukrain untersagt wurde, was sagen Sie dazu?

Zeuge Dr. Rozsenich: Ich kenne die Gründe für die Untersagung

nicht, daher kann ich dazu nichts sagen.

Vorsitzende Richterin: Wussten Sie davon?

Zeuge Dr. Rozsenich: Ich habe gehört dass Dr. Berthold in der

Sache genau recherchiert hat.

Vorsitzende Richterin: Wann haben Sie von das ihr gehört?

Zeuge Dr. Rozsenich: Das ist nicht länger als 6-7 Jahre her.

Vorsitzende Richterin: Das Erkenntnis war 2011.

Zeuge Dr. Rozsenich: Dann war es innerhalb der letzten 4

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Jahre.

Verteidiger Dr. Hollaender: In ihrer Zuständigkeit damals hat

das Wissenschaftsministerium für die weitere Forschung von

Ukrain Förderungen vergeben ist das richtig?

Zeuge Dr. Rozsenich: Ja.

Verteidiger Dr. Hollaender: Setzt die Vergabe voraus, dass

das zu fördernde Präparat positive Wirkung verspricht oder wird

alles gefördert was eingereicht wird?

Zeuge Dr. Rozsenich: Es gab wissenschaftliche Studien von

der St. Johns Universität Newfoundland, dass die Alkaloidderivate

unschädlich sind und ganz bestimmte Zellkulturen zum Absterben

bringen. Das war die Grundlage, dass ich dann wie es

üblich war 2 Gutachten eingeholt habe, eines von Prof. Njepins

und Prof. Novijanski der Versuche gemacht hat mit Patienten wo

festgestellt wurde, dass es keine Nebenwirkungen gab. Viktor

Gutmann habe ich einen Forschungsauftrag erteilt weil zu diesem

Zeitpunkt noch wesentliche Fragen offen waren über die Wirkungszusammenhänge

und da konnte festgestellt werden, dass es

die beiden Alkaloidderivate sind die das Immunsystem stärken

und die Krebszellen zum Absterben bringen. Es ist um Anschaffung

von Krebszellen gegangen, weil der Angeklagte nicht die

Mittel hatte für Hochleistungsgaskartographen.

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Verteidiger Dr. Hollaender: Sie kommen zum Schluss, dass eine

Wirksamkeit von Ukrain erwiesen wurde oder nicht?

Zeuge Dr. Rozsenich: In aller Welt sind klinische Studien

durchgeführt worden die haben die Wirksamkeit bei bestimmten

Krebserkrankungen bestätigt.

Verteidiger Dr. Hollaender: Ist Ihnen bekannt, dass das Urkrain

mit Bescheid von 92 zugelassen wurde für klinische und

außerklinische Studien?

Zeuge Dr. Rozsenich: Das ist mir bekannt, weil Dozent

Reinthaler hat sich bemüht eine klinische Studie durchzuführen

und hatte auch die Zustimmung von der Arzneimittelbehörde. Aufgrund

von internen Problemen die aufgetaucht sind, konnte er

die Studie nicht durchführen. Die Ethikkommission wollte eine

Doppelblindstudie durchführen d.h. dass eine Hälfte der Patienten

mit Ukrain und eine Hälfte mit Plazebo behandelt werden

hätte sollen. Das fand die Ethikkommission als unethisch und

dadurch hat Dr. Reintaler seine Studie zurückgezogen.

Verteidiger Dr. Hollaender: Haben Sie feststellen können,

dass gegenüber dem Dr. Nowicky unsachliche Widerstände entgegengesetzt

wurden mitunter auch von Beamten der Gesundheitsbörde?

Zeuge Dr. Rozsenich: Ich habe das leider in mindestens 2 Fällen

feststellen müssen. Der damalige Sektionschef Liebswar hat

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sich äußerst korrekt verhalten und hat Gespräche organisiert

mit Dr. Nowicky und mir ist aufgefallen dass z.B. einer der

Hauptverantwortlichen für die Bewilligungen, Dr. Heribert PITTNER

in sehr unsachlicher Weise im Gespräch den Angeklagten behandelt

hat indem er keine wissenschaftliche Studien zur

Kenntnis nehmen wollte und nicht einmal in der Lage war die

beiden Wirkstoffe zu nennen und was besonders schlimm ist das

hat sich im Dialog herausgestellt hat, dass er keine wissenschaftliche

Analayse hatte, die das Gegenteil beweisen, dass es

schädlich oder unwirksam ist. Das hat Dr. Pittner alles nicht

gewusst, daher habe ich den Verdacht, dass er ein Vorurteil

hatte gegen die Arbeit von Dr. Nowicky. Die anderen Beamten waren

auch sehr uninformiert, und haben sich nicht die Mühe gemacht,

die Befunde zu lesen wo auch statistisch aufgeführt ist

wo es nutzt oder nicht. Die leitenden Beamten haben sich korrekt

verhalten. Aber die Sachbeamten waren entweder nicht informiert

oder hatten Vorurteile wie ich bei Dr. Pittner

feststellen musste.

Verteidiger Dr. Hollaender: Sie haben Wahrnehmungen zur Frage

der Wirkungszusammensetzung gemacht. Zur Frage der Haltbarkeit

des Ukrain: Es gibt die Auffassung dass alkaloide Salze wie

Ukrain weit über 10 Jahre wirksam bleiben und die andere Auffassung

dass die Haltbarkeit auf 4-5 Jahre beschränkt sei, haben

Sie Wahrnehmungen gemacht?

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Zeuge Dr. Rozsenich: Nein, ich kann gar nichts dazu sagen.

Festgehalten wird, dass der Angeklagte die Zeugenaussagen verstanden

hat und keine Übersetzung braucht.

Angeklagter: Der Herr, der den Tumor bei den Lymphknoten hatte,

das war der einzige Patient der keine Chemotherapie gemacht

hat. Bei Chemotherapie wird der ganze Körper geschädigt, solche

Erfolge habe ich noch nie gesehen, ich habe gesehen bei Leuten

die keine Chemotherapie gemacht haben, dass Ukrain eine unglaubliche

wirkung hatte.

Der Angeklagte verlässt um 12.15 Uhr den Saal.

Der Angeklagte kommt um 12.17 Uhr wieder.

Verteidiger Dr. Hollaender beantragt wie folgt:

1.) Alle bisher gestellten Beweisanträge werden aufrecht erhalten.

2.) Es wird der Zeuge Dr. Edmund BLAB, Arzt, Wehrgasse 32, 1050

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Wien, als Zeuge beantragt zum Beweis dafür, dass die Behandlung

vom Patienten Rohatsch mit Ukrain in allen anwendenden Fällen

positive Wirkungen erbracht hat.

3.)Es wird die zeugenschaftliche Einvernahme von Dr. Peter

PLAZA, Arzt, Berliner Straße 11-13, Velbert (bei Essen),

Deutschland beantragt, zum Beweis dafür, dass die Behandlung

von Patient HERDER mit Ukrain bei allen Anwendungsfällen von

Ukrainampullen positive Wirkung erbracht hat.

4.) Es wird beantragt die zeugenschaftliche Einvernahme von

Mag. Edmund BENETKA, 2444 Seibersdorf, Seibersdorf Labor GmbH,

zum Beweis dafür, dass er tatsächlich Ukrainampullen chemisch

überprüft hat und dabei zum Ergebnis kam, dass bereits abgelaufene

und noch nicht abgelaufene Ukrainampullen die gleiche chemische

Zusammensetzung aufweisen, somit konstant sind, wie er

in seinem Prüfbericht vom 24.2.15 dargelegt. Dieser wurde bereits

vorgelegt.

Verteidiger Dr. Hollaender legt vor eine Übersetzung eines

Schriftstücks von Herrn Ramirez aus dem hervorgeht, dass der

Beamte Würkner sogar in Mexiko Warnungen vor Ukrain verschickt

habe.

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Dies wird als Beilage ./G zum Hauptverhandlungsprotokoll genommen.

Weiters legt der Verteidiger vor ein Schreiben der Krebstherapieorganisation

von Los Angeles, USA aus dem hervorgeht, dass

Dr. Nowicky auch noch aktuell für das Jahr 2015 wegen seiner

Erfolge mit Ukrain als wesentlicher Ehrensprecher bei einem

großen Kongress eingeladen ist. Dies beweist die Fundiertheit

seines Wirkens.

Dies wird als Beilage ./H zum Hauptverhandlungsprotokoll genommen.

Der Zeuge Dr. Martin MAHRER, Generalien AS 439 in ON 9, geboren

am 18.10.1973, fremd, gibt nach Wahrheitserinnerung an:

Der Angeklagte entbindet den Zeugen von dessen Verschwiegenheitspflicht.

Gemäß § 157 Absatz 1 Ziffer 2 StPO belehrt: Ich will aussagen.

Vorsitzende Richterin: Es geht um die Hausdurchsuchung, können

Sie sich an den Tag erinnern?

Zeuge Dr. Mahrer: Ich bin in der Früh vom Angeklagten angerufen

worden, die Uhrzeit war ca. 7.00 oder 7.30 Uhr. Es kann

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aber auch früher oder später gewesen sein. Ich bin zu ihm hingeeilt,

weil er gesagt hat, er hat Probleme mit der Polizei.

Ich habe beim Eingang sehr viele Polizisten wahrgenommen. Es

waren sicher um die 30, später habe ich gehört es waren um die

120 beteiligt am Einsatz.

Vorsitzende Richterin: Am gesamten Einsatz oder bei Dr. Nowicky?

Zeuge Dr. Mahrer: Es haben mehrere Wohnungen dem Angeklagten

oder seiner Familie gehört. Es wurden auch Grundbuchsauszüge

oder Verträge von der Polizei mitgenommen. Die Einsatzörtlichkeit

hat sich über das ganze Haus erstreckt.

Vorsitzende Richterin: Bei ihrem Eintreffen waren es 30 Beamte.

Mit wem haben Sie den ersten Kontakt?

Zeuge Dr. Mahrer: Gernot Leingruber steht im 1. Stock und hat

gesagt „Herr Mahrer wir haben Sie schon erwartet“. Dann hat

mich der Angeklagte reingelassen, ich habe ihn aufgefordert

seine Türe zu öffnen und ihn aufgeklärt. Ich habe ihm erklärt

dass man Beschädigungen in Kauf nehmen müsste und habe ihn ermahnt

die Tür zu öffnen, was er gemacht hat. Die Hausdurchsuchung

hat seinen Lauf genommen und die Polizei hat die zu

durchsuchenden Räume durchsucht. Ich habe nicht alles beobachten

können. Ich war mit Nowicky im Salon, dann sind die Polizisten

gekommen und haben alles durchsucht und ich war bei Dr.

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Nowicky.

Vorsitzende Richterin: Hat der Angeklagte geäußert, dass Beamte

sein Schlafzimmer betreten haben?

Zeuge Dr. Mahrer: Er hat sicher gesagt dass Polizisten herumgehen

und auch unter Umständen in einen hinteren Bereich hineingehen

Ich habe gesagt ich kann nicht in jedem Raum sein. Es

waren ca. 200 Zimmer dort.

Vorsitzende Richterin: Er hat den Verdacht geäußert, dass

sich ein Beamter allein in seinem Schlafzimmer befindet.

Zeuge Dr. Mahrer: Ja, ich kann mich erinnern, ich weiß nicht

wer und wieviele drinnen waren. Aber ich kenne dieses Zimmer wo

er vorgegeben hat zu schlafen. Ich weiß um welches Zimmer es

ging.

Vorsitzende Richterin: Als die Hausdurchsuchung beginnt wurde

ihnen die Durchsuchungsanordnungen ausgefolgt?

Zeuge Dr. Mahrer: Ich habe etwas angesehen, es gab Papiere

aber ich weiß nicht ob die vollständig sind.

Vorsitzende Richterin: Es findet eine Hausdurchsuchung bei

ihrem Mandanten statt, sie werden doch wohl geschaut haben ob

eine bewilligte Durdchsuchungsanordnung vorliegt?

Zeuge Dr. Mahrer: Das auf jeden Fall.

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Vorsitzende Richterin: D.h. die wurden Ihnen ausgefolgt?

Zeuge Dr. Mahrer: Ich glaube ich habe sie entgegengenommen, ich

habe sie in der Hand gehabt.

Vorsitzende Richterin: Ich nehme an als Rechtsanwalt erkundigt

man sich ob das Vorgehen der Polizei rechtmäßig ist, oder?

Zeuge Dr. Mahrer: Ja.

Vorsitzende Richterin: Was hat ihnen Leingruber erzählt?

Zeuge Dr. Mahrer: Diese Ukrainsache und dass Nowicky in Verdacht

steht eines schweren Betruges.

Vorsitzende Richterin: Sie wurden über den Tatverdacht in

Kenntnis gesetzt und die vorgehende Amtshandlung?

Zeuge Dr. Mahrer: Ja.

Vorsitzende Richterin: Der Angeklagte schildert das als Raubüberfall.

Zeuge Dr. Mahrer: Naja, Raubüberfall war es keiner.

Vorsitzende Richterin: Hat Ihnen Leingruber auch gesagt, wer

an der Amtshandlung seitens der Polizei teilnimmt?

Zeuge Dr. Mahrer: Den Herrn Leingruber hab ich gekannt und

dann sind viele dazugeströmt, vielleicht hat er gesagt das BKA

oder so. Ich kenne den Leingruber von der Causa Steiner.

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Vorsitzende Richterin: Wurde Ihnen gesagt, dass Beamte von

der Ages oder vom Bundesministerium f. Sicherheit und Gesundheit

dabei waren?

Zeuge Dr. Mahrer: Es war sicher auch von einer Behörde wer

dort, sicherlich aus meiner Erinnerung mit höhere Wahrscheinlichkeit.

Vorsitzende Richterin: Woher wissen Sie es wenn Sie die Leute

nicht kennen?

Zeuge Dr. Mahrer: Ich gehe davon aus, dass auch die Behörde

in Kenntnis gesetzt worden ist, wenn es um Arzneimittel geht.

Die Operation Ukrain das war riesig angelegt und ohne Beiziehung,

da waren viele Medikamente, wäre es nicht denkbar, selbst

wenn man es nicht gewusst hätte, hätte man bei Auffindung der

Medikamente jemand rufen müssen.

Vorsitzende Richterin: Haben Sie Beamte von der Arzneimittelbehörde

wahrgenommen?

Zeuge Dr. Mahrer: Das kann ich nicht wissen, weil alle in Zivil

waren.

Vorsitzende Richterin: Hat jemand von Seiten der Polizei den

Hinweis gegeben, dass Beamte der Ages vor Ort sind?

Zeuge Dr. Mahrer: Ist mir nicht erinnerlich, kann aber sein.

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Vorsitzende Richterin: Dass Ihnen jemand vorgestellt wurde

von der Ages?

Zeuge Dr. Mahrer: Es kann sein, ist mir nicht mehr erinnerlich.

Vorsitzende Richterin: Wie lange war der Angeklagte bei der

Hausdurchsuchung anwesend?

Zeuge Dr. Mahrer: Es ist Leingruber und sein Kollege gekommen,

es war ein Gespräch und der Angeklagte ist dort festgenommen

worden. Ich weiß es nicht auswendig, aber aus dem Akt muss

es erkennbar sein.

Vorsitzende Richterin: Wissen Sie noch wie lange Sie mit dem

Angeklagten dort gesessen sind?

Zeuge Dr. Mahrer: Es war so, dass ich glaublich weggegangen

bin zu einem anderen Ort aber im Rahmen der Hausdurchsuchung

und der Angeklagte ist mit einem der Beamten dort sitzen geblieben,

ich glaube die Festnahme des Angeklagten war dann ein

paar Stunden später.

Vorsitzende Richterin: An eine schriftliche Festnahmeanordnung

können Sie sich erinnern?

Zeuge Dr. Mahrer: Das kann schon sein, dass ich es gelesen

habe, aber es war dann eh alles klar.

Vorsitzende Richterin: Dass es Ihnen ausgehändigt wurde an

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diesem Tag?

Zeuge Dr. Mahrer: Kann sein, aber ich kann mich nicht erinnern.

Vorsitzende Richterin: Haben Sie vor dem Angeklagten die

Örtlichkeit verlassen oder gemeinsam mit ihm?

Zeuge Dr. Mahrer: Er ist mit der Polizei weggebracht worden

und ich bin am selben Tag zu einer Einvernahme gefahren betreffend

seine ehemalige Ehegattin. Da waren wir beim BKA und ich

war bei der Einvernahme dabei.

Vorsitzende Richterin: Sie haben nicht vor ihm die Örtlichkeit

verlassen?

Zeuge Dr. Mahrer: Das ist mir nicht mehr genau erinnerlich.

Vorsitzende Richterin: Der Angeklagte wirft den Behörden vor,

dass ein Beamter 55.000,-- Euro aus seinem Schlafzimmer gestohlen

haben soll, können Sie etwas dazu sagen?

Zeuge Dr. Mahrer: Dr. Nowicky ist nicht gerade arm, er hat

mir davon erzählt ich habe mich versucht darum zu kümmern, es

gab auch eine Anzeige. Ich dachte mir schon, dass er so viel

Geld hat. Er stammt aus armen Verhältnissen hat die schwierigen

Zeiten miterlebt. Er ist dann in den späten Zügen der Sowjetunion

nach Österreich gekommen. Dass solche Leute auch Geld zuhause

haben können, war mir schon klar, er hat überzeugend zu

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mir gesagt, dieses Geld hatte er gehabt. Dass vielleicht nichts

dabei rauskommt ist eine andere Frage. Gesehen hab ich es

nicht, aber ich kann es nicht ausschließen.

Oberstaatsanwalt: Ist ihrer Auffassung nach die Amtshandlung

entsprechend der StPO durchgeführt worden?

Zeuge Dr. Mahrer: Mir ist nicht aufgefallen, dass dort nicht

korrekt gearbeitet worden wäre. Aber ich habe nicht alles gesehen.

Ein Polizist hat gesagt da reißen wir einen Parkettboden

raus. Aber das ist natürlich nicht passiert, das war nur eine

blöde Rederei. Raubüberfall war es keiner.

Verteidiger Dr. Hollaender: Vorhalt des Amtsvermerks: Erscheint

Ihnen das zutreffend?

Zeuge Dr. Mahrer: Das kann durchaus sein, aber mir sind diese

Personen vom Gesicht nicht bekannt. Mir ist schon klar, dass

solche Leute zum Einsatz kommen können.

Verteidiger Dr. Hollaender: Die Anzeige des Dr. Nowicky die

erschien Ihnen plausibel?

Zeuge Dr. Mahrer: Durchaus. Ich bin zur Kliententreue verpflichtet.

Ein Klient kommt und sagt es wurde ihm etwas gestohlen.

Da muss ich überprüfen ob das theoretisch möglich ist und

ich musste alles tun um das aufzuklären. Wir sind zur Polizei

und haben die Anzeige gemacht. Ob es eingestellt wurde, weiß

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ich nicht, ich war dann nicht mehr sein Vertreter. Ein Mann der

aus ärmlichen Verhältnissen kommt, der kein Vertrauen zu Banken

hat, kann höhere Beträge bei sich zu Hause haben.

Verteidiger Dr. Philipp: Zur Hausdurchsuchung: Sie sind mit

ihm zusammen in einem Zimmer, er wird von der Polizei abgeführt,

wann sagt er Ihnen der große Geldbetrag ist weg - zeitlich?

Am selben Tag direkt im Haus oder ein paar Tage später.

Zeuge Dr. Mahrer: Ist mir nicht mehr erinnerlich.

Verteidiger Dr. Philipp: Wodurch er das erfahren hat, wenn er

von der Polizei abgeführt wird, muss es so gewesen sein, dass

er reingeht bei der Hausdurchsuchung und sieht das Geld ist

nicht da oder hat ein Familienmitglied ihm erzählt?

Zeuge Dr. Mahrer: Es war damals die Situation nicht grundsätzlich

auf das Geld gerichtet weil die Haftfrage die viel

wichtigere war für mich. Wie die Information war oder woher ist

nicht erinnerlich für mich, es ist aber nicht auszuschließen

dass ein Famlienmitglied, vielleicht die Ex-Frau von ihm das

auch mitgeteilt haben könnte.

Angeklagter: Es war ein Herr dort der hat nach Ampullen gefragt

und gesagt er ist von AGES und ich habe gesagt einige

habe ich in meinem Schlafzimmer, ich bin ihm nachgegangen und

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er hat die Türe zugemacht ich habe gefragt warum er dort allein

hinein gegangen ist, weil ich dort mein Geld hatte.

Zeuge Dr. Mahrer: Ich habe gesagt, dass es erinnerlich ist

von mir, dass der Angeklagte gesagt hätte das in dieses Schlafzimmer

eine Person hineingegangen ist ob das mit diesem Wortlaut

war, weiß ich nicht, aber dass dort wer hineingegangen

ist, daran kann ich mich schon erinnern. Aber natürlich waren

sie in allen Zimmern.

Vorsitzende Richterin: Können Sie sich an den Umstand erinnern,

dass jemand die Türe zugemacht hat?

Zeuge Dr. Mahrer: Nein. Den Wortlaut in die Richtung gabs.

Aber ich kann ihn nicht gesehen haben, weil ich im Salon gesessen

bin Richtung Ausgang und da konnte ich nicht in die Richtung

sehen.

Verteidiger Dr. Philipp: Sie sagen einer geht rein, der

Mahrer sitzt verkehrt sieht das nicht, dann kommt der wieder

raus.

Angeklagter: Er ist nicht rausgekommen.

Verteidiger Dr. Philipp: Was machen Sie?

Angeklagter: Ich wollte mit ihm gehen er hat zugemacht die

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Türe, dann habe ich gefragt warum er alleine dort ist.

Verteidiger Dr. Philipp: Waren sie in dem Raum nachher drinnen?

Angeklagter: Nein, als ich vom Gefängnis gekommen bin. In

dieser Minute war ich nicht drinnen.

Verteidiger Dr. Philipp: Dann werden Sie von der Polizei abgeführt,

wie lange waren Sie weg?

Angeklagter: 6 Wochen.

Verteidiger Dr. Philipp: Wann haben Sie festgestellt, ihnen

fehlt das Geld?

Angeklagter: Nach 6 Wochen, ich habe Sie angerufen sie haben

gesagt sie haben keine Zeit. Dann ist jemand anderer gekommen

und meine Frau hat gesagt, es sind nur mehr die 5.000,-- Euro

da, die 55.000,-- Euro sind weg.

Verteidiger Dr. Philipp: Sie haben dann nachgeschaut, es war

nichts mehr da und dann hat es Ihnen ihre Frau mitgeteilt?

Angeklagter: Ja.

Die Staatsanwaltschaft modifiziert die Anklageschrift

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A:/I./ „....abgelaufener, aufgrund eines Bescheids des Bundesamts

für Sicherheit im Gesundheitswesen nicht veräußerbarer und

sohin wertloser Ampullen des von ihm als Injektionslösung vertriebenen

Arzneimittels „UKRAIN“ zu einem Preis von insgesamt

1.197.346,12 Euro in dem er deren Neuwertigkeit und einen unbedenklichen

Haltbarkeitszeitraum bis zum Jahr 2015 oder 2016

durch anbringen neuer Etiketten mit einem gültigen Verfalldatum

vorspiegelte, wahrheitswidrig eine ordnungsgemäße und dem Stand

der Wissenschaft entsprechende Lagerung vorgab, sowie das verwaltungsbehördliche

Verbot der Herstellung und des Inverkehrbringens

wegen Verdachts der Gesundheitsgefährdung

verschwieg...“

Verteidiger Dr. Hollaender rügt die Modifikation und erklärt

sich damit nicht einverstanden und beeinsprucht den erweiterten

Teil der Anklage.

Die Vorsitzende verkündet den

BESCHLUSS

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Zur Ladung und Einvernahme weiterer Zeugen sowie des Sachverständigen

wird die Hauptverhandlung auf den

16.6.2015, 9.30 Uhr bis 15.30 Uhr, Saal 210,

v e r t a g t .

Sämtliche Beteiligte nehmen unter Ladungsverzicht zur Kenntnis.

Ende: 12.55 Uhr

Die Vorsitzende: Der Schriftführer:

Landesgericht für Strafsachen Wien, Abteilung 1

Landesgerichtsstraße 11, 1082 Wien, 29. April 2015

Mag. Marion HOHENECKER, Richterin

Elektronische Ausfertigung

gemäß § 79 GOG

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