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Sex als Waffe in politischen Spielen

Die ganze Welt wurde von den Veröffentlichungen des Internetplatforms Wikileaks erschüttet, welche klar zeigen, wie die Politiker die Leute manipulieren.
Aus diesen Dokumenten haben wir über echte Taten der Politiker auf der ganzen Welt erfahren, über ihre geheimen Abmachungen, darüber, wie sie Gesetze erlassen und Beschlüsse fassen, welche nur für ihren eigenen Nutzen sind und nicht zum Wohl eigener Völker. Sie opfern sogar Menschenleben, um ihre habgierige Zwecke zu erreichen. Wir haben, z.B., erfahren dass der Saudische König von den USA verlangt hat, den Iran anzugreifen. Welche verheerende Folgen dies haben könnte, sehen wir am Beispiel Irak: um sich an einem Mann zu rächen, wurde das ganze Land ruiniert, die Bevölkerung schrumpfte um 10%, Tausende junge Amerikaner haben dort ihren Tod gefunden. Oder dass der afghanische Präsident eine psychopatische Persönlichkeit ist und die ganze Regierung in Kabul von unheilbarer Korruption gezeichnet ist. Dass die berühmt berüchtigte Gasfirma RosUkrEnergo ihre zweifelhaften Geschäfte mit dem Segen von beiden Präsidenten Putin und Juschtschenko geführt hat. Dass der ukrainische Oligarkh Dmitro Firtasch zu den Ölgasgeschäften keinen Zugang hatte, bevor er den Mafiaoberpate Semen Mogilevich um Erlaubnis bat. Dass das amerikanische Militär bereit war, das ukrainische Schiff Faina zu bombardieren, sollte die Waffenlieferung Sudan erreichen. Dass der Tschetschenische Präsident Kadyrov anlässlich einer Hochzeit einen 5 Kilo schweren Goldbarren schenkt und aus einer goldenen Pistole wild um sich herum schießt, und sein Land liegt in Ruinen – solche Männer werden in Russland Präsidenten. Dass der russische Ministerpräsident Putin ein milliardenschweres Vermögen besitzt und seine Geschäfte über eine kaum bekannte schweizer Firma abwickelt, und Russland mehr und mehr in eine Wirtschaftskrise abrutscht, Millionen Russen leiden an Hunger. Dass Russland den aserbaidschanischen Präsidenten mit Nagorny Karabakh erpresst hat, damit sein Land die ukrainische Hungerkatastrophe nicht als Genozide anerkennt. Und vieles, vieles mehr…
Warum ist der Wunsch, Herrn Assange zu liquidieren, so groß? Weil er das echte Wesen der Politiker gezeigt hat, welches sich radikal von ihren Pflichten und den süßen Bildern in Boulevardpresse.
Vielleicht, diese Enthüllungen werden uns zwingen, über die Zweckmäßigkeit des jetzigen demokratischen Systems nachzudenken, welches mit unwesentlichen Abweichungen in praktisch allen mehr oder weniger entwickelten Ländern funktioniert: die Wahl gewinnt derjenige, wer einen besseren Zugang zu den Medien hat, das heißt, mehr Geld hat. Und wer tatsächlich die Menschen vertreten will und sogar Fähigkeiten dazu hat, hat sowieso keine Chance, gewählt zu werden, wenn seine Ambitionen nicht kräftig finanziell unterstützt werden. Selbstverständlich wird solche Unterstützung nicht charitativ gewährt – wer zahlt, der bestellt die Musik.
Politiker sollen dem Volk dienen und jede ihre Tat soll transparent sein. Das ist die Grundbedingung für die Korruptionsvorbeugung und für die Entwicklung des Landes generell. Den größten Fortschritt erreichen die Länder, wo die Korruption am schwächsten ist.
Überhaupt ist die Korruption das größte Übel jeder Gesellschaft. Dort, wo der Energieaustausch zwischen den Menschen ordentlich funktioniert, entwickelt sich die Gesellschaft und überwindet alle Hindernisse. Und dort, wo Gesetze gegen Bestechung und Korruption ausgetauscht sind, geht das Land zugrunde. Das ist deutlich aus den Korruptionsdaten verschiedener Länder ersichtlich, welche eine Studie der renommierten Transparency International lieferte. Erster Platz in der Korruption hat Somali, letzten – Dänemark. Beide Länder haben extrem wenige Bodenschätze,  in beiden sind Klimabedingungen nicht optimal. Aber Dänemark ist ein hoch entwickeltes europäisches Land, welches die Herausforderungen der modernen Welt erfolgreich überwindet. Somali ist das Land, wo Leute zur Verzweiflung gebracht worden sind, staatliche Institutionen nicht mehr existieren und Piraterie als das erfolgreichste (und oft das einzige) Geschäft ist.
Die Steuerzahler haben recht zu wissen, wofür ihre Gelder ausgegeben werden, von diesen Geldern werden die Politiker bezahlt. Politiker sollen sich um den Wohlstand eigener Mitbürger kümmern und nicht um die eigenen Taschen. Der Energieaustausch zwischen den Menschen muss so funktionieren, dass er dem Wohlstand des ganzen Landes dient und nicht nur einzelner Leute.
Der größte Schatz jedes Landes ist ein kluger Energieaustausch zwischen den Menschen. Das ist gut am Beispiel von Dänemark ersichtlich. Das ist auch die Hauptpflicht der Politiker. Sie sprechen darüber aber nur vor der Wahl, danach werden alle Versprechungen vergessen. Als Folge – Arbeitslosigkeit wächst, Wirtschaft wird ruiniert. Unter schönem Begriff „Globalisierung“ werden Betriebe im eigenen Land geschlossen, die Produktion wird in den Osten versetzt, wo sie billiger ist. China blüht und wird das mächtigste Land der Welt, wogegen Europa einen schweren Schlag nach dem anderen erleidet und kann sich aus der Dauerkrise nicht befreien. Aber Proteste gegen den wahren Grund dieser Krise – eben Globalisierung – wollen die Politiker nicht hören.
Korrumpierte Politiker erlassen Gesetze, welche nur ihnen oder ihren Sponsor nützen, sie interessieren sich nicht für das Volk. Das wichtigste für sie ist, die Macht für eigene Zwecke zu (miß)brauchen. Dokumente können nur in der Kriegszeit geheim sein, in der Zeit des Friedens soll die Tätigkeit der Politiker maximal transparent sein. Dann wird es nicht nötig sein, die Geheimkonten auf der ganzen Welt zu suchen.
Das ist der Grund, warum die Veröffentlichung auf der Wikileaks Website zahlreicher amerikanischer Unterlagen die Politiker zusammengeschlossen hat. Und wieder wurde Sex als Waffe angewendet. Teilweise sind auch die Journalisten an dieser schmählichen Geschichte schuldig, denn sie machen Waffe aus Sex. Wer hat schon Recht, die Ereignisse im fremden Bett ohne Einladung zu belauern? Es ist Schade, dass sich die Journalisten oft nicht für Taten der Politiker interessieren sondern für ihre sexuellen Vorlieben. Das beste Beispiel – die Geschichte mit dem Präsidenten Clinton. In dem Moment, als er den destruktiven Kräften entgegen spielen wollte, wurde gleich der Skandal mit Monika Levinski in einem noch nie gesehenen Ausmaß ins Leben gerufen. Für Reporter war aber uninteressant, warum Frau Levinski das gefleckte Kleid lange 3 Jahre liegen ließ. Wäre die Sache nicht manipuliert, hätten wir bis heute über den wahren Ursprung dieser Flecken nicht erfahren – war das Eis oder eine andere organische Substanz. Jemand war aber sehr daran interessiert, diesen Skandal ins Enorme aufzublasen. Dieser Skandal hat die amerikanische Politik nachhaltig geändert – die innere und besonders die Außenpolitik und hat der ganzen Welt die Macht dieser destruktiven Kräfte demonstriert. Und die Rolle der Presse darin ist offensichtlich – es war von Anfang an völlig klar, dass die ganze Geschichte inszeniert und manipuliert wurde, aber kein Journalist hat nachgefragt, wem das nützt. Wenn die Pressefreiheit nur als die Freiheit verstanden wird, sich betrügen zu lassen, dann charakterisiert es die heutige Lage der westlichen Presse von einer sehr peinlichen Seite. Übrigens, den Artikel „Sex als Waffe“ habe ich mehreren Zeitungen angeboten, aber keine traute sich, ihn zu veröffentlichen. Keine westliche Zeitung wollte die Clinton-Geschichte aus dieser Perspektive anschauen.

Um Menschen nach der Periode der sexuellen Freiheit leichter manipulieren zu können, wird Sex – eines der grundlegenden menschlichen Bedürfnissen, wie Essen und Schlaf – jetzt als Verbrechen angesehen. Aus Sex wurde Waffe, wie  ich bereits früher geschrieben habe („Sex als Waffe“, Ukraina moloda, 19 November 1998).
Die Taten von Julian Assange waren nicht strafbar, welche Gesetze auch immer man nimmt. In Australien, wessen Staatsbürgerschaft er besitzt, gilt die offene Äußerung politischer Ansichten nicht als Straftat. Und da man ihm keine Straftat nachweisen konnte, wurde beschlossen, die moderne Waffe anzuwenden – Sex. Assange wurde nach Schweden eingeladen, Vorträge über Wikileaks zu halten. Unter dem Vorwand, bei Hotelausgaben zu sparen, haben ihn nach dem Vortrag zwei junge Frauen nach Hause zum übernachten eingeladen. Beide haben nur je ein Bett in der Wohnung. Beide waren mit der Bekanntschaft völlig zufrieden, haben den Australier zum Bahnhof begleitet und sich als beste Freunde verabschiedet. Aber nach ein paar Tagen sind bei Ihnen Zweifel an der Qualität verwendeter abgelaufener Kondome entstanden, welche bereits ziemlich lange aufbewahrt wurden. Und sie haben um Hilfe gebeten – aber nicht einen Arzt, sondern die Polizei!
So wie kein echter Diplomat nie „nein“ sagt, sagt auch keine echte Frau „ja“.
Nach schwedischen Gesetzen gibt es drei Arten von Vergewaltigung, und sogar die leichteste „gesetzwidriger Zwang zum Sex“ (ohne physische Gewalt) wird immer hin mit 4 Jahren Gefängnis bestraft. Nach Ansichten der schwedischen Oberstaatsanwältin Marianne Ny, die Vergewaltigung ist auch dann stattgefunden, wenn sich die Frau nach dem Sex unwohl oder ausgenützt fühlt. Daher verlangen vorsichtige Männer vor dem Sex eine schriftliche und notariell beglaubigte Bitte von ihren Partnerinnen.
Welchen Schaden solche Gesetzgebung dem Land gebracht hat, zeigt die Statistik. Wenn in den 60er Jahren war die Geburtenrate in Schweden 18 pro 1000 Leute, so ist sie jetzt nur 10 pro 1000. Die Zahl der psychischen Erkrankungen ist auch gestiegen. Laut Swedish National Institute of Public Health waren 2004 24% der Frauen (jede vierte) und 16% (jeder sechste) von den psychischen Störungen betroffen.
Globalisierung hat das Wachstum der Arbeitslosigkeit in ganz Europa verursacht. Schweden wurde auch nicht verschont, typische Folge – Verkauf von Volvo an die Chinesen. Wahrscheinlich, das Land will das Problem der Arbeitslosigkeit auf seine Weise lösen – in Schweden wurden solche Gesetze erlassen, welche das Land auf den 1. Platz nach der Zahl der Vergewaltigungen katapultiert hat. Übrigens es gab fast keine Vergewaltigungen in Schweden in den 60er Jahren. Vielleicht, die „übrigen“ Männer, welche versucht haben, die Frauen zu überreden, mit ihnen zu schlafen, sitzen in Gefängnissen, und wahrscheinlich mit diesem 3. Punkt des schwedischen Vergewaltigungsgesetzes wollen die Gesetzgeber gleich zwei Probleme lösen: Arbeitslosigkeitsrate senken und die Gesellschaft von den Folgen der Globalisierung ablenken.
Rechtsanwalt dieser zwei Frauen hat sich der Sache ernsthaft gewidmet und hartnäckig das Gericht mit Klagen bombardiert. Und obwohl Assange selbst die Polizei in London aufgesucht hat, wurde er gleich verhaftet und wie ein gefährlicher Verbrecher in Einzelhaft versetzt.
Die Angst vor Enthüllungen zwang unehrliche Politiker zum Schulterschluss. Sie konnten keine echten Straftaten von Assange finden, so haben sie sexuelle Delikte erfunden. Der unschuldige Mann wurde inhaftiert. Die Versuche seines Rechtsanwaltes, ihn gegen Kaution zu befreien, wurden vom Gericht lange abgelehnt. Noch mehr: die Schweiz hat sein Ansuchen um Kontoeröffnung abgelehnt, das weltgrößte Internetladen amazon hat seine Server für Hosting von Wikileaks geschlossen, und Kreditkarten Visa und MasterCard weigern sich, die Spenden für Wikileaks anzunehmen.
Die ganze Geschichte mit den sexuellen Beschuldigungen gegen Julian Assange ist in ihrer Sinnlosigkeit und horrenden juristischen Ungereimtheiten kaum zu übertreffen. Besonders brisant ist sie deswegen, weil die Anklage in Schweden erhoben wurde – in jenem Land, welches einst in Sache sexuelle Freiheit das Vorbild für das ganze Europa war.
Wieder zu einem kritischen Zeitpunkt der modernen Geschichte wird Sex als Waffe benutzt. Es zeigt uns, welche gefährliche Richtung die Gesellschaft für ihre Entwicklung ausgewählt hat.
Am Beispiel der Verfolgung von Wikileaks und Julian Assange sehen wir, dass die Demokratie und Rede- sowie Pressefreiheit in westlicher Gesellschaft bei weitem nicht so unbegrenzt und stabil sind. Die ganze Pressefreiheit endet dann und dort, wann und wo sich die Machthaber in ihrer Macht bedroht fühlen. Verhaftung von Assange erinnert an die Situation, als ob nach der Verhaftung eines Verbrechers der Polizist angeklagt wird.

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